Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Unternehmerverbände wollen bessere Infrastruktur

Nov. 28, 2022

Von der Straße auf die Schiene. Ja, mehr Güterverkehr auf die Schiene – dieses Vorhaben ist ein Dauerbrenner der Politik. Wenn die Position auch immer wiederholt wird, so richtig tut sich nichts. Immer noch brettern Tausende Brummis über unsere Autobahnen. So werden die Straßen immer mehr zum Nadelöhr, kritisiert die vereinigung der hessischen Unternehmerverbände. Sie fordert von der Politik endlich mehr Geld für die Transportwege.
Hier könnte der nächste Supermarkteinkauf über den Asphalt rollen, um dann im Stau zu stehen. Mehr als 70 Prozent des Güterverkehrs läuft zwar über Straßen. Doch nur zehn Prozent der Gelder für Hessens Landesstraßen würden in den Ausbau gesteckt, der Rest ginge für die Erhaltung drauf, kritisiert die hessische Wirtschaft. Die Verkehrsinfrastruktur sei den heutigen Anforderung schlichtweg nicht mehr gewachsen.
Klaus Rohletter, Vorsitzender VhU-Verkehrsausschuss
„Und damit stehen die Waren auf der Straße, womit wir eigentlich arbeiten wollen im Handel und in der Produktion. Und das ist deutlich schwieriger geworden in den letzten Jahren.“
Die einfache Rechnung der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände: Je länger die LKW im Stau stehen oder Umwege fahren müssen, desto teurer werden die Transporte und somit letztlich auch die Produkte etwa in Supermärkten. Die VhU fordert deshalb, die jährlichen Ausgaben für Hessens Landesstraßen um 70 Millionen Euro auf 220 Millionen zu erhöhen. Zudem würden an Hessens Kraftstraßen und Autobahnen über 3.000 Parkplätze fehlen. Die Folge: LKW-Fahrer könnten vorgeschriebene Pausenzeiten entweder nicht einhalten oder angesichts überfüllter Parkplätze Zufahrten und Seitenstreifen zustellen.
Thorsten Hölser, (Geschäftsführer) Speditions- und Logistikverband Hessen und RLP
„Und das ist natürlich extrem gefährlich. Da geht’s nicht nur um die LKW-Fahrer, sondern da geht’s um die Verkehrssicherheit aller Teilnehmer, die auf den Autobahnen unterwegs sind.“
Doch nicht nur die Autobahn haben Hessens Unternehmer im Visier. Für den Gütertransport müsse auch der Schienenverkehr stark ausgebaut werden. Damit sich Güter-, Regional- und Fernzüge nicht gegenseitig in die Quere kommen.
Thorsten Hölser, (Geschäftsführer) Speditions- und Logistikverband Hessen und RLP
„Weil wir mit den Autobahnen alleine den Wachstum des Güterverkehrs in den nächsten Jahren und Jahrzehnten – das haben wir in der Vergangenheit schon gesehen – nicht auffangen können. Wir können nicht sagen: Entweder, oder. Wir brauchen letztendlich beides.“
Vom Bund fordert die VhU deshalb 500 Millionen mehr für Hessens Schienenausbau. Dass in Krisenzeiten die Staatsschatulle aber nicht endlos gefüllt ist, dürfte auch den Unternehmern klar sein.