Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Herausforderungen im neuen Schuljahr

Sep. 2, 2022

Am Montag startet das neue Schuljahr. In Wiesbaden hat der hessische Kultusminister Alexander Lorz heute die Rahmenbedingungen für den Schulbeginn erläutert. Ein Anlass für Diskussionen.
Gerade nach den Ferien, wenn viele Familien aus dem Urlaub zurückkehren, ist Corona ein Thema. Im Schulbereich gibt es da aber kaum Änderungen. Heißt: Im kommenden Schuljahr ist das Maske tragen weiterhin freiwillig. Selbsttests werden angeboten, sind aber ebenfalls nicht verpflichtend.
Kultusminister Alexander Lorz erläutert heute, dass in den ersten beiden Wochen des neuen Schuljahres drei Antigentests fürs freiwillige Testen zu Hause angeboten werden. Danach gibt es wie gewohnt zwei Testangebote pro Woche. Wie sich die Coronalage entwickelt, bleibe abzuwarten, so Lorz.
Als eine der größten Herausforderungen sieht der Kultusminister die große Anzahl von Kindern die vor dem Krieg aus der Ukraine geflüchtet sind, und nun in Hessen beschult werden. Insgesamt steigt die Zahl der Schüler deutlich – um mehr als 25.000.
Alexander Lorz, CDU, Kultusminister Hessen
„Wir haben im Moment 30.000 sogenannten Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger in unseren Intensivsprachmaßnahmen. Das ist mehr als wir auf dem Höhepunkt der Fluchtbewegung 2015/16 hatten. Die Hälfte davon kommt aus der Ukraine. Und die müssen natürlich vor allen Dingen erst mal die deutsche Sprache lernen, damit sie an den anderen Angeboten in Schule und in Gesellschaft teilnehmen können. Und das ist natürlich auch eine zusätzliche Herausforderung an unsere Ressourcen, die so nicht eingeplant war.“
Insgesamt zeigt sich der Kultusminister optimistisch die Herausforderungen zu meistern. Lehrerverbände schlagen zum Start des neuen Schuljahres allerdings Alarm. Bundesweit würden bis zu 40.000 Lehrkräfte fehlen. Kultusminister Alexander Lorz hält das für Panikmache.
Alexander Lorz, CDU, Kultusminister Hessen
„Wir haben genügend Lehrkräfte zur Verfügung für die Unterrichtsversorgung. Auch hier kann es punktuell immer mal an einer einzelnen Schule ein Problem geben, wenn vielleicht in der Region gerade ein Lehrer mit der entsprechenden Fachlichkeit gesucht wird. Aber das ist ein Problem, das nicht so global ist, wie das im Moment in der öffentlichen Diskussion etwas reißerisch dargestellt wird.““
Es bestehe zwar ein Fachkräftemangel, sagt Alexander Lorz, konkrete Zahlen für Hessen nennt er aber auch auf mehrmalige Nachfrage nicht. Die SPD-Opposition geht von mindestens 6.000 Lehrer aus, die an hessischen Schulen fehlen. Der Minister würde schlicht seine Hausaufgaben nicht machen.
Christoph Degen, SPD, Abgeordneter Landtag Hessen
„Der Kultusminister ist ein Kultusminister Ahnungslos. Er verweigert bewusst wirklich die richtigen Informationen zu geben oder rauszusuchen, die alle in den Schulämtern vorliegen. Da geht es um Unterrichtsausfall, den er nicht beziffern kann in Hessen, eine Kernkompetenz des Kultusministeriums. Er kann nicht sagen, wie viele Lehrkräfte erkrankt sind, er hat keine Statistiken über die Entwicklung der 60.000 Menschen, die an seinen Schulen unterrichten. Für ein Unternehmen wäre das undenkbar. Und er kann auch eben genauso wenig sagen, wie viele Lehrkräfte überhaupt keine Qualifikation haben, die auf Vertretungsverträgen sind. Das sind alles Dinge, die wir für nicht akzeptabel halten.“
Minister Lorz verweist darauf, dass die Zahl der Lehramtsstudienplätze bereits angehoben wurde, um mehr junge Menschen für den Lehrerberuf zu gewinnen. Für das kommende Schuljahr nützt das indes wenig. Denn die dringend benötigten Nachwuchskräfte sitzen derzeit noch in den Universitäten und müssen selbst erst lernen zu lehren.