Handwerk sucht Fachkräfte
Wie sagt man so schön: Das Handwerk hat goldenen Boden. Das scheint zurzeit mehr zu gelten als je zuvor: So manch ein Handwerksbetrieb kann sich vor Aufträgen kaum retten. Und doch müssen sich die Kunden oft lange gedulden, bis sie endlich einen Termin bekommen. Denn den Betrieben fehlt es an Mitarbeitern, vor allem an gut ausgebildeten Fachkräften. Auch, weil sich junge Menschen kaum noch für Handwerksberufe interessieren. Viele Betriebe setzen deshalb inzwischen verstärkt auf Quereinsteiger.
Die Firma Footpower in Gießen: Rund 40 Mitarbeiter stellen hier orthopädische Schuh-Einlagen her. Dazu werden zunächst Füße, Körperhaltung und Bewegungsablauf analysiert – danach werden die medizinischen Einlagen in der hauseigenen Werkstatt millimetergenau angepasst. Ein gefragtes Handwerk: Aus ganz Deutschland und sogar aus dem benachbarten Ausland kommen Kunden in das Gießener Fachgeschäft. Darunter Tennisstars wie Roger Federer und Angelique Kerber – oder auch der frischgebackene Tischtennis-Europameister Dang Qui. Das Geschäft brummt, der Chef würde gerne expandieren. Doch gerade junge Leute interessierten sich kaum noch für eine Ausbildung in seinem Betrieb.
Lothar Jahrling, Orthopädie-Schuhmachermeister: „Die meisten wollen ja studieren. Die wollen ja nicht mehr handwerken. Dabei haben wir einen so tollen Beruf. Wo wir Menschen an der Arbeit natürlich da hinbringen können, wo sie Spaß haben beim Arbeiten. Also Formen zu gestalten. Selber handwerklich herzustellen. Einen Menschen vor sich zu haben, den man individuell versorgen kann. Das ist so herrlich. Das macht so viel Spaß.“
Um dem Personalmangel entgegen zu wirken, sind bei Lothar Jahrling auch Quereinsteiger herzlich Willkommen. So wie Daniel Roth. Der 48jährige ist von Haus aus gelernter Orgelbauer.
Daniel Roth, gelernter Orgelbauer, Quereinsteiger: „In dem Berufsfeld war es eine Zeit lang mit Aufträgen nicht so gut. Und ich habe mich nach was anderem umgeschaut. Und habe diese Anzeige über die Agentur für Arbeit gefunden. Und mich beworben.“
Mit Erfolg: Denn als ehemaliger Orgelbauer ist Daniel Roth für den Beruf des Orthopädie-Schuhmachers bestens vorbereitet – viele Kenntnisse und Fähigkeiten aus seinem alten Handwerk kann er auch hier anwenden.
Daniel Roth, gelernter Orgelbauer, Quereinsteiger: „Materialien, bestimmt Tuche, Leder: Das gibt es im Orgelbau auch. Auch die Ver- und Bearbeitungstechniken. Und so ne mechanische Orgeltraktur hat schon auch, mit ein bisschen Fantasie, Parallelen zu Muskelketten im menschlichen Körper.“
Für die Handwerkskammer in Wiesbaden ein Paradebeispiel, wie ein Betrieb dem Fachkräftemangel gezielt entgegenwirken kann. Zurzeit fehlten dem Handwerk alleine in Hessen rund 20000 gut ausgebildete Mitarbeiter. Dazu blieben in diesem Jahr rund 600 Ausbildungsplätze unbesetzt – mit weitreichenden Folgen.
Stefan Füll, Präsident Handwerkskammer Wiesbaden: „Wir wissen ja: Wen wir heute nicht ausbilden, ist in drei Jahren dann als Fachkraft nicht dabei. In fünf Jahren fehlen sie uns als Meister im Handwerk. Und später auch als Betriebsinhaber oder Inhaberin. Und das ist natürlich deutlich ein Problem.
Meister Lothar Jahrling ist froh, mit Quereinsteiger Daniel Roth genau den Richtigen gefunden zu haben. Er würde aber auch gerne noch mehr neue Mitarbeiter einstellen. Die müssen vor allem eine Voraussetzung erfüllen.
Lothar Jahrling, Orthopädie-Schuhmachermeister: „Wenn jemand schon handwerklich vorher etwas gemacht hat, dann ist natürlich die Fähigkeit, mit den Händen etwas zu gestalten, größer da als wenn jemand zu uns kommt, der noch nie seine Hände benutzt hat und irgendetwas gestaltet. Das würde dann nicht funktionieren.“
Vor allem würde sich Lothar Jahrling aber freuen, wenn sich auch wieder mehr junge Menschen für das Handwerk interessieren würden. Denn das habe trotz aller Schwierigkeiten nach wie vor goldenen Boden.
Die Firma Footpower in Gießen: Rund 40 Mitarbeiter stellen hier orthopädische Schuh-Einlagen her. Dazu werden zunächst Füße, Körperhaltung und Bewegungsablauf analysiert – danach werden die medizinischen Einlagen in der hauseigenen Werkstatt millimetergenau angepasst. Ein gefragtes Handwerk: Aus ganz Deutschland und sogar aus dem benachbarten Ausland kommen Kunden in das Gießener Fachgeschäft. Darunter Tennisstars wie Roger Federer und Angelique Kerber – oder auch der frischgebackene Tischtennis-Europameister Dang Qui. Das Geschäft brummt, der Chef würde gerne expandieren. Doch gerade junge Leute interessierten sich kaum noch für eine Ausbildung in seinem Betrieb.
Lothar Jahrling, Orthopädie-Schuhmachermeister: „Die meisten wollen ja studieren. Die wollen ja nicht mehr handwerken. Dabei haben wir einen so tollen Beruf. Wo wir Menschen an der Arbeit natürlich da hinbringen können, wo sie Spaß haben beim Arbeiten. Also Formen zu gestalten. Selber handwerklich herzustellen. Einen Menschen vor sich zu haben, den man individuell versorgen kann. Das ist so herrlich. Das macht so viel Spaß.“
Um dem Personalmangel entgegen zu wirken, sind bei Lothar Jahrling auch Quereinsteiger herzlich Willkommen. So wie Daniel Roth. Der 48jährige ist von Haus aus gelernter Orgelbauer.
Daniel Roth, gelernter Orgelbauer, Quereinsteiger: „In dem Berufsfeld war es eine Zeit lang mit Aufträgen nicht so gut. Und ich habe mich nach was anderem umgeschaut. Und habe diese Anzeige über die Agentur für Arbeit gefunden. Und mich beworben.“
Mit Erfolg: Denn als ehemaliger Orgelbauer ist Daniel Roth für den Beruf des Orthopädie-Schuhmachers bestens vorbereitet – viele Kenntnisse und Fähigkeiten aus seinem alten Handwerk kann er auch hier anwenden.
Daniel Roth, gelernter Orgelbauer, Quereinsteiger: „Materialien, bestimmt Tuche, Leder: Das gibt es im Orgelbau auch. Auch die Ver- und Bearbeitungstechniken. Und so ne mechanische Orgeltraktur hat schon auch, mit ein bisschen Fantasie, Parallelen zu Muskelketten im menschlichen Körper.“
Für die Handwerkskammer in Wiesbaden ein Paradebeispiel, wie ein Betrieb dem Fachkräftemangel gezielt entgegenwirken kann. Zurzeit fehlten dem Handwerk alleine in Hessen rund 20000 gut ausgebildete Mitarbeiter. Dazu blieben in diesem Jahr rund 600 Ausbildungsplätze unbesetzt – mit weitreichenden Folgen.
Stefan Füll, Präsident Handwerkskammer Wiesbaden: „Wir wissen ja: Wen wir heute nicht ausbilden, ist in drei Jahren dann als Fachkraft nicht dabei. In fünf Jahren fehlen sie uns als Meister im Handwerk. Und später auch als Betriebsinhaber oder Inhaberin. Und das ist natürlich deutlich ein Problem.
Meister Lothar Jahrling ist froh, mit Quereinsteiger Daniel Roth genau den Richtigen gefunden zu haben. Er würde aber auch gerne noch mehr neue Mitarbeiter einstellen. Die müssen vor allem eine Voraussetzung erfüllen.
Lothar Jahrling, Orthopädie-Schuhmachermeister: „Wenn jemand schon handwerklich vorher etwas gemacht hat, dann ist natürlich die Fähigkeit, mit den Händen etwas zu gestalten, größer da als wenn jemand zu uns kommt, der noch nie seine Hände benutzt hat und irgendetwas gestaltet. Das würde dann nicht funktionieren.“
Vor allem würde sich Lothar Jahrling aber freuen, wenn sich auch wieder mehr junge Menschen für das Handwerk interessieren würden. Denn das habe trotz aller Schwierigkeiten nach wie vor goldenen Boden.









