Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Folgen der Corona-Pandemie für Kinder

Aug. 23, 2022

Lange Kita- und Schulschließungen, wenig Kontakte zu Freunden, kaum Möglichkeiten für Sport – Kinder und Jugendliche haben in besonderem Maße in der Zeit der Corona-Pandemie gelitten. Finanziell schwache Familien waren – Studien zufolge – noch einmal mehr betroffen. Die Grünen im Land machen dies zum Thema und haben als Fraktion im Landtag eine Anfrage an die Landesregierung Rheinland-Pfalz gestellt. Moment mal – die Grünen sind doch selbst in der Landesregierung. Natürlich ist da eine Anfrage nicht verboten, man fragt sich aber schon, warum nicht die Grüne Katharina Binz, die Familienministerin im Land, das Thema einfach angeht.
Sie sind vielleicht die größten Verlierer der Pandemie. Kinder und Jugendliche sind meist sensibler als Erwachsene und somit stärker von den Auswirkungen von Corona betroffen, aber eben auch von den Gegenmaßnahmen wie Kontaktbeschränkungen. Rund die Hälfte der Eltern berichten in einer Studie aus dem Vorjahr über psychische Probleme bei ihren Kindern. Besonders gefährdet: Familien, die in Armut leben und Menschen mit Migrationshintergrund.
Die Koalitionsfraktion der Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag hat ihre eigene Landesregierung zu den Maßnahmen befragt, die ergriffen wurden, um junge Menschen während der Pandemie zu unterstützen. Eine Erkenntnis:
Pia Schellhammer, Bündnis 90 / Die Grünen, Abgeordnete Landtag Rheinland-Pfalz
„Wir müssen in Zukunft ganz stark die Belange von Kindern und Jugendlichen in den Fokus nehmen. Wir haben gemerkt, dass dort wo Jugendliche beteiligt worden sind, sie beispielsweise deutlich resilienter durch die Krise gekommen sind und deswegen wollen wir zum Beispiel die Jugendbeteiligung stärken.“
Wenig überraschend fällt das Fazit insgesamt positiv aus. So habe die Landesregierung früh junge Menschen bei den Kontaktbeschränkungen ausgenommen, Spielplätze schnell wieder geöffnet oder die Ferienbetreuung ausgebaut. Die rheinland-pfälzischen Grünen fordern, bestehende Aktionsprogramme für Kinder und Jugendliche in der Corona-Pandemie zu verlängern.
Bei der Opposition hingegen reibt man sich verwundert die Augen, warum das nicht schon passiert ist. Denn die Grünen leiten in Bund und Land das Familienministerium. Wenn nun Hilfsprogramme möglicherweise auslaufen, sei dies ein schlechtes Zeichen, sagt die CDU.
Jenny Groß, CDU, Abgeordnete Landtag Rheinland-Pfalz
„Das heißt, auch in Rheinland-Pfalz gibt es bisher keine Zukunft, dass dort auch die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Hier erwarte ich mir von den Grünen deutlich mehr Einsatz, sowohl im Land als auch im Bund.“
Eine Spitze an die grüne Familienministerin Katharina Binz. Immerhin sind sich Regierung und Opposition zumindest in einer Sache einig: Bei der Bewältigung der Corona-Folgen für Kinder und Jugendliche gibt es weiterhin viel zu tun.