Protest in der Pfalz: Absage von Events im Wald
Betreten auf eigene Gefahr – das gilt für Spaziergänger, Läufer wie Radfahrer. Aber nur, solange sie privat im Wald unterwegs sind. Sobald es sich um eine Veranstaltung handelt, sei es ein Radrennen oder eine Jogging-Tour, nicht mehr. Das Risiko von sogenannten „waldtypischen Gefahren“ wie herunterfallende Äste oder Stolperfallen durch Wurzeln trägt dann nicht mehr die Einzelperson, sondern der Veranstalter – und haftet im Zweifelsfall. Die Forstämter haben in den letzten Wochen und Monaten Veranstalter angeschrieben – und machen nun schärfere Vorgaben. So auch bei Events in der Pfalz, berichtet Tobias Kauf, Geschäftsführer von Pfalz Touristik.
Tobias Kauf, Geschäftsführer Pfalz Touristik
„Dass man kurz vor der Veranstaltung die gesamte Strecke begehen muss, begutachten muss, fachmännisch begutachten muss, und dass alle festgestellten Problemlagen wie jetzt zum Beispiel abgestorbene Äste, die vielleicht herunterfallen könnten, wo aber niemand auch so genau weiß, ob sie das tatsächlich tun, die müssen dann herausgenommen werden.“
Ein enormer finanzieller Aufwand, der schnell in den fünfstelligen Bereich geht. Viele der häufig ehrenamtlichen Veranstalter können sich das nicht leisten. Dass jetzt plötzlich Gutachten vorgelegt werden müssen, war die Entscheidung der damaligen rheinland-pfälzischen Umweltministerin Katrin Eder, die eine klare Rechtslage wollte. Jetzt werden reihenweise Veranstaltungen abgesagt: Von größeren Events wie zum Beispiel dem Donnersberger Wandermarathon bis hin zu kleinen Gravelbike-Touren mit nur 15 bis 20 Teilnehmern. Privat darf der Wald aber weiterhin betreten werden.
Tobias Kauf, Geschäftsführer Pfalz Touristik
„Wenn wir jetzt aufgrund der Baumgefahren Veranstaltungen absagen, die in organisierter Form, auch also kleine Dinge stattfinden, dann müsste man ja auch hingehen und den Wald für alle Individuellen eben schließen und das kann glaube ich nicht in unserer aller Sinne sein.“
Tobias Kauf fordert deshalb von der neuen Umweltministerin Christine Schneider, das Landeswaldgesetz anzupassen – es soll auch bei Veranstaltungen heißen: Betreten des Waldes auf eigene Gefahr. Die CDU-Politikerin verspricht, sich für diese Gesetzesänderung stark zu machen.
Christine Schneider (CDU), Umweltministerin RLP
„Ich gehe davon aus, dass wir bis spätestens zur nächsten Veranstaltungssaison es in trockenen Tüchern haben. Es gibt jetzt schon die Änderungen im Entwurf und ich habe klar gesagt, wenn der Bundesgesetzgeber jetzt nicht zu Pötte kommt, dann gehen wir als Landeswaldgesetz ran, aber die rechtlich saubere Lösung ist, wenn wir es im Bundeswaldgesetz ändern.“
Damit künftig wegen des Haftungsrisikos nicht mehr ein Event nach dem anderen abgesagt werden muss.









