Traumjob Taunuswunderland – Schüler arbeiten in Sommerferien
Abfahrt ins Berufsleben! Bei Selina sitzen die Handgriffe. Seit drei Jahren jobbt die Zwölftklässlerin in ihren Ferien hier im Taunus-Wunderland. Für die Siebzehnjährige ist es der erste Kontakt mit Kunden, einem Chef und selbstverdientem Geld. Der Ferienjob, nicht nur was fürs Portemonnaie.
Selina (17), Ferienjobberin im Taunus Wunderland
„Das Gehalt ist natürlich sage ich mal wichtig und wahrscheinlich der erste Anreiz für Leute überhaupt ein Ferienjob zu machen. Aber im Endeffekt hab ich bei mir zumindest gemerkt, dass ich mich über die Jahre weiter entwickelt habe. Ich bin viel offener geworden auch generell freundlicher würde ich sagen auch meine Kommunikation mit Menschen hat sich deutlich verbessert und da freue ich mich einfach auch für mich selbst für meine Weiterentwicklung.“
Den Schritt ins Erwachsenenleben beobachtet auch Selinas Chef, Wiesbadens Ex-OB Sven Gerich.
Sven Gerich, Vertriebsleiter Taunus Wunderland
„Ja, man merkt das schon. Manchmal kommen sie, wenn sie 16 Jahre alt sind, noch mit einem kleinen Mimimi von zu Hause. Aber wenn man sie dann über die Saison begleitet, lernen sie ja ganz viel und sie gehen nach der ersten Saison einfach deutlich erwachsener und deutlich selbstbewusster heraus, weil sie ganz ganz viel im Umgang mit Menschen, mit dem Freizeitpark hier bei uns gelernt haben.“
Gewerkschaften geben Tipps, worauf Jugendliche beim Ferienjob achten sollen:
Ein Arbeitsvertrag sollte demnach Pflicht sein.
Aufgaben, Arbeitszeiten und Bezahlung müssen klar drinstehen.
Jugendliche dürfen höchstens acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche arbeiten.
Gefährliche Tätigkeiten sind verboten.
Das Mindestlohngesetz gilt zwar auch für Ferienarbeit, allerdings erst ab 18 Jahren.
Selina (17), Ferienjobberin im Taunus Wunderland
„Also ich bekomme 14 € die Stunde, das hat sich über die Jahre natürlich ein bisschen erhöht durch den Mindestlohn. Am Anfang war es eher so, Ich hab das natürlich eher für meinen persönlichen Spaß eher ausgegeben. Klamotten oder essen gehen oder so. Aber mittlerweile versuche ich ein bisschen verantwortungsvoller damit umzugehen und spare mir auch ein Teil einfach auch für die Zukunft dann.“
Auch Studenten und Rentner arbeiten im Park. Eine Abschaffung der Minijobs, wie aktuell in der Diskussion, wäre laut Gerich eine Katastrophe.
Sven Gerich, Vertriebsleiter Taunus Wunderland
„Unsere Schülerinnen und Schüler, die bei uns einen Minijob machen, sind integraler Bestandteil des Parkgeschehens. D.h. wir brauchen die ganz dringend. Wir brauchen die, damit das Karussell funktioniert, damit unsere Tiere versorgt sind. Wir brauchen sie, dass die Pommes rechtzeitig fertig sind. Ohne sie würden hier viele Räder stillstehen.“
Damit das nicht passiert, veranstaltet der Park immer wieder Bewerbertage – förmliche Anschreiben mit Lebenslauf flattern hier kaum noch rein.
Selina hofft, dass ihr durch den Ferienjob später auch der Einstieg ins richtige Berufsleben leichter fällt. Bis dahin sorgt sie im Park weiter für gute Laune.









