Rotes Kreuz schlägt Alarm – Dramatischer Mangel an Blutspenden wegen Hitze
Ein kleiner Pieks für den Blutspender, ein großer Schritt für die Blutversorgung. Aktuell sind es aber eher kleine Schritte: Wo die Kühlregale der Blutspendedienste sonst gut gefüllt sind, sieht die traurige Realität derzeit eher so aus. Dabei kann eine Blutspende bis zu drei Menschen helfen, etwa nach Unfällen oder bei Operationen.
Leonie Hain, Blutspendedienst Deutsches Rotes Kreuz
„Aktuell ist die Versorgungslage leider relativ kritisch. Dann kann es schon dazu kommen, dass es in Krankenhäusern oder Arztpraxen zu Versorgungsengpässen kommen kann. Das heißt, es müssen geplante Operationen unter Umständen verschoben werden.“
In Hessen werden täglich 1.000 Blutspenden benötigt, in Rheinland-Pfalz rund 800. Der aktuelle Vorrat würde in beiden Ländern nur noch für 2 Tage reichen, sonst sind es bis zu fünf Tage. Vor allem seltene Blutgruppen wie „0 negativ“, die jeder Patient empfangen kann weil sie keine allergische Reaktion auslösen, sind auf einem bedrohlich niedrigen Stand. Bei zuletzt heißem Sommerwetter scheinen viele potenzielle Spender andere Prioritäten zu setzen.
Leonie Hain, Blutspendedienst Deutsches Rotes Kreuz
„Natürlich sind’s die Temperaturen und jetzt aktuell die extreme Hitze. Aber es sind natürlich auch andere Freizeitaktivitäten, so etwas wie: Man geht lieber ins Schwimmbad, man geht lieber an den See.“
Dabei dauert ein Termin nicht lang: Zunächst wird die eigene Blutgruppe bestimmt, dann die Temperatur gemessen und noch kurz der Blutdruck überprüft. Die Blutentnahme selbst dauert dann nur fünf bis zehn Minuten. Michael Simon hat die seltene Blutgruppe „Null negativ“. Deshalb ist der 49 Jahre alte Ingenieur hier natürlich ein überaus gern gesehener Gast. Er wohnt zwar in Würzburg, pendelt aber jeden Tag beruflich nach Frankfurt. Und geht hier bis zu sechs Mal im Jahr Blut spenden.
Michael Simon, Blutspender
„Das ist ein gesellschaftlicher Anspruch, den ich sehe. Ich kann spenden und ich darf spenden, ich habe genug Blut. Auch in meinem Umfeld gab es schon Situationen, die darauf angewiesen waren.“
Gerade im Hochsommer achtet Michael Simon darauf, vor seiner Blutspende ausreichend zu trinken. Und beim Deutschen Roten Kreuz hofft man, dass sich bald wieder mehr Spender ein Beispiel an ihm nehmen.









