Sicherheitstraining für Zugbegleiter
„Schönen guten Tag, einmal die Fahrscheine bitte. Und einmal den Fuß runter.“
„Man nerv‘ mich nicht! Zieh Leine, Alter, und mach deinen scheiß Job, ey.“
„Füße runter.“
„Man, ich mache nichts runter. Nerv nicht, ich habe einen harten Tag gehabt. Zieh ab. Was willst du denn? Nerv mich nicht!“
Deeskalationstraining für das Personal der Deutschen Bahn. Übergriffe wie dieser: Keine Seltenheit.
Stefan Gerstner, Zugbegleiter DB Regio
„Der hat dann versucht mich zu treten, zweimal. Einmal hat er daneben getreten und einmal hat er mein Diensthandy erwischt und das ist dann im hohen Bogen runter geflogen.“
Jennifer Grongold, Zugbegleiterin DB Regio
„Er hat mir zwei Tritte in den unteren Rückenbereich verpasst. Das war nicht so einfach. Tat weh, ist nicht schön. Es ist natürlich belastend. Das macht viel mit einem.“
Die Region Mitte – wozu auch Hessen und Rheinland-Pfalz gehören – ist ein Hotspot für körperliche Übergriffe im Regionalverkehr. Entgegen dem Bundestrend gibt es hier einen Anstieg um 15 Prozent im vergangenen Jahr.
Ralf Damde, Gesamtbetriebsratsvorsitzender DB Regio AG
„Das Sicherheitsgefühl ist zwischenzeitlich so, dass die Kolleginnen und Kollegen mir morgens sagen ich habe Angst, wenn ich mich von meiner Frau verabschiede, dass ich abends wieder nach Hause komme.“
Getestet wird jetzt, dass Kundenbetreuer durch Sicherheitspersonal begleitet werden oder etwa eine Doppelbesetzung der Schichten.
Harmen van Zijderveld, Vorstandsvorsitzender DB Regio AG
„Heute ist es noch die Ausnahme, es ist auch ein Pilot aber wir setzen darauf, dass das bald im größeren Maße stattfindet. Man braucht es ja auch nicht überall. Man braucht es dort, wo geografisch oder auch zeitlich Bedarf ist. Das heißt es sind nur wenige Züge und wenige Einsatzgebiete, wo das tatsächlich erforderlich wird.“
Zusätzlich hat jeder Zugbegleiter jetzt auch die Möglichkeit eine Bodycam zu tragen. Die Aufnahmen landen nach einem Übergriff bei der Bundespolizei. Allerdings ohne Ton – so ist die aktuelle gesetzliche Regelung. Auch deshalb sind einige Zugbegleiter vom Nutzen der Bodycam nicht überzeugt.
Laura, Zugbegleiterin DB Regio
„Also sie ist zwar schön und gut aber für mich ist das keine Option, weil ja sie schreckt viele ab aber einer der wirklich drauf loswill, der geht drauf los. Egal ob sie eine Kamera tragen oder keine tragen.“
Stefan Gerstner, Zugbegleiter DB Regio
„Ich glaube schon, dass man mit einer Bodycam auf jeden Fall Situationen, bevor sie eskalieren, dann auf jeden Fall bereinigen kann aber Sicherheit hat man natürlich nicht.“
Bisher entscheiden sich nur 30 Prozent des Personals für das Tragen einer Bodycam. Statt auf Technik zählen manche bei Übergriffen auf ihre Mitmenschen.
Jennifer Grongold, Zugbegleiterin DB Regio
„Nicht wegschauen, also Zivilcourage beweisen. Ich weiß, das ist schwer und wir Verlangen das ja auch eigentlich nicht. Aber nicht wegschauen, nicht das Handy rausholen. Vielleicht auch einfach Mal die Hilfe anbieten.“
Zivilcourage und weitere Maßnahmen, das wünscht sich Jennifer Grongold, damit sie sich auf ihrer Arbeit sicher fühlt.









