Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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US-Pharmakonzern Lilly stoppt Investitionen

Juni 5, 2026

Es ist eine weitere Hiobsbotschaft für die neue schwarz-rote Landesregierung in Rheinland-Pfalz. Erst hat der Pharmakonzern Boehringer in Ingelheim angekündigt, seine geplanten Investitionen in Rheinland-Pfalz zu kürzen. Jetzt will das auch der US-Pharmakonzern Lilly in Alzey tun. Die Landesregierung muss bereits wenige Wochen nach ihrer Vereidigung die erste große Krise meistern.
Mai 2025: Beste Laune auf der Baustelle des US-Pharmakonzerns Lilly in Alzey. Vorstandschef David Ricks zeigt sich begeistert, wie schnell und unbürokratisch der Bau der neuen Produktionsstätte vorangeht. Ein Jahr später ist die Freude darüber verflogen. Denn die geplante Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung sieht unter anderem vor, dass Pharmakonzerne den Krankenkassen künftig höhere Rabatte gewähren müssen. Weil Lilly dann weniger Gewinn machen würde, will der Konzern seine Investitionen in Rheinland-Pfalz jetzt um fünfzig Prozent kürzen.

Alexander Horn, Geschäftsführer Lilly
„Die Problematik ist, dass wir im internationalen Wettbewerb stehen und in anderen Ländern bessere Rahmenbedingungen vorfinden als in Deutschland und da dann die Investitionen entsprechend hingeleitet werden.“

Die neue rheinland-pfälzische Landesregierung zeigt sich tief besorgt.

Michael Ebling (SPD), Wirtschaftsminister RLP
„Das ist eine sehr, sehr ernste Entscheidung und auch eine sehr ernste Situation für uns. Und das Unternehmen ergänzt ja, es führt diese Entscheidung darauf zurück, dass in Berlin, im Rahmen der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung, Entscheidungen vorbereitet werden, die für den Investitions- und Wirtschaftsstandort schädlich sind.“

So soll das Hightech-Werk in Alzey einmal aussehen. Ursprünglich wollte Lilly hier 2,3 Milliarden Euro investieren und rund 1000 Arbeitsplätze schaffen. Im nächsten Jahr sollte die Produktion von drei Medikamenten beginnen. Doch jetzt will Lilly hier nur noch ein Medikament  herstellen. Das gesparte Geld will der Konzern lieber in Werke in den USA, in Kanada und Großbritannien investieren. Die Entscheidung könne sich aber noch ändern.

Alexander Horn, Geschäftsführer Lilly
„Also, wir bleiben gesprächsbereit. Allerdings wollen wir ganz klar sagen, dass die ein signifikantes Umdenken brauchen und die Vorschläge, die jetzt im Beitragsstabilisierungsgesetz diskutiert werden, die müssen fundamental überdacht werden.“

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder will deshalb jetzt nach Berlin reisen, um mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu sprechen. Die geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung  müsse das Ziel haben, den Sozialstaat zukunftsfest aufzustellen. Gleichzeitig dürfe sie aber nicht den  Wirtschaftsstandort Deutschland schwächen.