Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Bäckereien leiden unter Energiekosten

Apr. 14, 2026

Die Energiekrise trifft uns längst nicht nur an der Tankstelle – sondern auch im Supermarkt oder beim Bäcker. Wer morgens Brötchen holt, merkt: Die Preise steigen. Denn hohe Energiekosten setzen viele Betriebe massiv unter Druck. Ein Bäcker im rheinland-pfälzischen Waldböckelheim zeigt, wie er auf die aktuelle Lage reagiert.
Während die allermeisten noch schlafen, läuft hier in der Bäckerei der Betrieb auf Hochtouren. Schon jetzt um 3 Uhr wird alles für die ersten Kunden vorbereitet. Denn die stehen ab 5 vor der Tür. Seit Anfang des Jahres machen sich die gestiegenen Energiepreise auch hier deutlich bemerkbar. Zum Beispiel wenn die  fertigen Brötchen in die einzelnen Filialen geliefert werden.

Ralf Andrae, Bäckermeister
„Wir haben einmal sehr hohe Kosten, was unsere Autos betrifft, wir fahren alles mit Diesel, wir haben sehr lange Strecken zum Teil bis zu 30/40 Kilometer, für einen Weg. Und natürlich klar bei den Öfen, alle Öfen sind mit Öl betrieben und auch da merken wir im Moment, dass die Preise steigen, wobei wir selber auch Ölvorräte bei uns im Lager haben für etwa sechs bis acht Wochen.“

Deshalb setzen Ralf Andrae und sein Team jetzt auf energieeffizientes Backen. Das heißt: mehr Brötchen pro Ofen – wie hier, bis zu 200 Stück in einem einzigen Backvorgang.

Ralf Andrae, Bäckermeister
„Einzelne Produkte, die jetzt schon im Preis gestiegen sind, die importiert werden zum Beispiel Kürbiskerne oder Sesam, die haben sich zum Teil schon jetzt bis zu 20, 30 Prozent jetzt schon erhöht wir haben Ankündigungen, das auch hier die Preise auch hier noch weiter steigen werden, wenn die Krise weiter anhält. Umgekehrt haben wir versucht verschiedene Produkte, die wir selbst herstellen umzugestalten, wir haben kleiner Größen, dass wir bei kürzeren Backzeiten mehr backen können.“

Heißt also: kleinere Brote – dafür passen mehr gleichzeitig in den Ofen. Am Preis des Brotes ändert sich nichts.
Feste Verträge für die wichtigsten Rohstoffe, wie etwa Mehl, laufen noch bis in den Spätsommer. Doch wenn die Kosten weiter steigen, muss auch der Bäckermeister noch einmal reagieren – mit höheren Preisen oder einem kleineren Sortiment. Viele seiner Kunden zeigen dafür Verständnis.

Frank Schneider
„Tja wenn die Energiepreise steigen, dann gehört das halt dazu, das wird halt alles teurerer dadurch. Die Energiepreise, die müssten halt reduziert werden.“
Wolfgang
„Man hat ja keine andere Wahl. Von irgendwas muss man ja leben und die Brötchen sind halt Grundnahrungsmittel.“
Alina
„Ich verstehe das total, die müssen ja auch die ganzen Zutaten einkaufen gehen, wenn die nicht aufschlagen, verdienen ja auch irgendwann nichts mehr dran.“

Ralf Andrae hofft, dass es gar nicht erst so weit kommt und sich die Lage auf den Energiemärkten schnell entspannt. Doch wenn nicht, könnte er schon im kommenden Monat gezwungen sein, zu reagieren.