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Pilotenstreik bei der Lufthansa

Apr. 13, 2026

Am Mittwoch feiert die Lufthansa ihren 100. Geburtstag. Heute, zwei Tage vor dem großen Festtag, dürfte den Verantwortlichen bei Deutschlands größter Airline aber noch so gar nicht zu Feiern zumute sein: Denn die Kranich-Linie wird schon wieder bestreikt. War es am Freitag noch das Kabinenpersonal, hat heute die Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ die Arbeit niederlegt.
Irgendwie haben sich Lufthansa-Kunden inzwischen fast schon daran gewöhnt: Wer mit Deutschlands Airline Nr. 1 verreisen will, braucht starke Nerven. Weil heute die Piloten streiken, fallen alleine in Frankfurt mehr als 500 Flüge aus.

Annerose Zwerenz
„Dass das so kurzfristig alles ist. Und wie viele Betroffene es da jetzt gibt. Die in der Luft hängen und nicht wissen, was jetzt wird.“
Mikk Gellissen
„Ich kann es verstehen, wenn man streikt. Aber ich habe wenig Vertrauen in die Lufthansa, dass sie mir heute noch ne Alternative bieten.“
Magret Siering
„Ich habe einen Beruf ausgeübt, wo ich mir einen Streik verboten habe. Ich bin Ärztin. Hausärztin. Wollte immer für meine Patienten da sein. Ja, da bleibt manchmal das Verständnis so ein bisschen auf der Strecke.“
Christoph Görgen
„Ich kann jeden Kunden verstehen, der die Nerven verliert und sagt: Ich steige von der Lufthansa um auf einen anderen Anbieter.“

Konkret geht es beim Streik vor allem um die betriebliche Altersvorsorge der Lufthansa-Piloten. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit fordert eine deutliche Erhöhung der Ruhestandsbezüge – teilweise ist sogar von einer Verdoppelung die Rede. Dagegen sperrt sich der Konzern bislang.

Andreas Pinheiro, Präsident Vereinigung Cockpit
„Wir haben kein Angebot von der Lufthansa. Die Lufthansa hat uns weiterhin nur Kostenneutralität vorgeschlagen. Das bedeutet im Prinzip Null. Wir werden an der Stelle den Kunden einfach sagen müssen, es tut uns sehr Leid, aber wir haben kein anderes Mittel als Gewerkschaft. Wir müssen in den Arbeitskampf treten. Alles andere wäre kollektives Betteln, und das machen wir nicht.“

Dafür hat der Lufthansa-Vorstand nur wenig Verständnis: Ausgerechnet jetzt in Zeiten großer geopolitischer Krisen mit all ihren Unsicherheiten milliardenschwere Rentenerhöhungen zu fordern, gefährde die Zukunft des gesamte Lufthansa-Konzerns.

Michael Niggemann, Personalchef Lufthansa
„Das ist verantwortungslos. Es ist auf dem Rücken unserer Kunden, was ich nur bedauern kann. Und es ist auch auf dem Rücken der Beschäftigten, die mit diesem Streik umgehen müssen. Es ist verantwortungslos.“

Auch morgen werden sich Flugreisende in Frankfurt weiter in Geduld üben müssen: Der Warnstreik der Piloten soll zwei volle Tage dauern. Eine Annäherung der beiden Konfliktparteien ist derweil nicht in Sicht.