Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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So langsam neigt sich die Saunasaison ja dem Ende entgegen – Zeit also für Outdoor-Wellness! Zum Beispiel in Europas größtem Freiluft-Inhalatorium: Dem Salinental zwischen Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein. Neun Gradierwerke – also Dornenwände, an denen Sole herab rieselt und verdunstet, – sorgen dort für wohltuende, salzhaltige Luft. Und die verwöhnt Haut und die Atemwege. Gerade laufen die letzten Vorbereitungen, damit alle Anlagen bis Ostern in Betrieb sind.
„Wasser, Marsch!“, heißt es auf  Gradierwerk Nummer sechs. Denn in den Salzwasserbecken hier oben hat sich über den Winter so einiges angesammelt. Alle 20 Zentimeter sind kleine Löcher in der Beckenwand. Damit die Sole dadurch wieder schön gleichmäßig ablaufen kann, muss Stadtmitarbeiter Manfred Lamkowski erstmal ordentlich schrubben.

Manfred Lamkowski, Mitarbeiter Tourismus GmbH Bad Kreuznach
„Die haben jetzt seit November gestanden. Da sammelt sich halt ein Haufen Dreck an. Sei es Vogelkot, Blütenstaub oder sonst irgendwas, was durch die Luft fliegt. Und die muss man halt immer sauber machen, damit das Wasser schön runter rieselt.“

Jetzt noch das Schmutzwasser abfließen lassen, neu befüllen und dann ist diese Anlage einsatzbereit.
Neun Gradierwerke mit einer Gesamtlänge von 2,6 Kilometern stehen hier im Salinental. In der Winterpause werden auch die Holzkonstruktionen untersucht und ausgebessert. Und die Schwarzdornen, über die die Sole rieselt, werden regelmäßig erneuert.
Viel Arbeit für die städtischen Mitarbeiter. Und viel Geld für Bad Kreuznach. Für die Instandhaltung und den Betrieb der Gradierwerke gibt die Stadt jährlich bis zu 800.000 Euro aus.

Michael Vesper, Leiter Tourismus GmbH Bad Kreuznach
„Allerdings, sie tut es auch gerne muss man sagen. Nicht wegen des Geldes, sondern wegen der Erhaltung dieser Gesamtanlage. Sie steht komplett unter Denkmalschutz, sie ist einzigartig in Deutschland und viele Leute, die jetzt anrufen und fragen, werden die Dinger angestellt, die Salinen, die Gradierwerke? Sind sie in Betrieb, sonst kommen wir gar nicht. Das ist für die Leute auch ein Grund hierherzukommen, überhaupt nach Kreuznach zu fahren.“

Ein Besuchermagnet ist auch der Solezerstäuber im Kurpark. Manfred Lamkowski betätigt ein paar Hebel und schon kann sich unsere Reporterin benebeln lassen.

Michael Vesper, Leiter Tourismus GmbH Bad Kreuznach
„Die Salzpartikel, die sind da viel kleiner als wenn man die Berieslung am Gradierwerk hat. Dringen tiefer in die Atemwege ein, hat also eine entzündungslindernde, wohltuende Wirkung auf die Atemwege und ganz viele Menschen nutzen das – gerade so in der Pause – um sich zu erfrischen und was für die Atemwege zu tun.“

Bis Ostern werden alle Anlagen in Betrieb sein. Doch bereits jetzt lohnt sich ein Besuch in Europas größtem Freiluftinhalatorium.