Wenn Sie eine Wohnung mieten, einen Kredit für ein Auto aufnehmen oder einen neuen Handyvertrag abschließen möchten, wird die SCHUFA mit Sitz in Wiesbaden relevant. Sie und ihr sogenannter SCHUFA-Score entscheiden unter anderem darüber, ob Sie kreditwürdig sind. Und seit Kurzem gibt es einen neuen Score, den Sie nun auch selbst einsehen können. Unsere Reporterin Luca Engel hat sich das System mal genauer angeschaut – ein Selbstversuch.
„Der neue SCHUFA Score verspricht transparent und einfach einsehbar zu sein. Wie einfach einsehbar er wirklich ist, teste ich jetzt mal aus.“
Um meinen SCHUFA-Score einzusehen, lege ich zuerst online ein Konto an – das geht kostenlos über die Website oder App mit E-Mail und Passwort.
„Das mit dem Konto anlegen ging jetzt total schnell. Jetzt fehlt nur noch der nächste Schritt. Und zwar die Verifizierung meiner Identität. Das kann ich machen, indem ich mir einen Brief nach Hause schicken lasse, das dauert allerdings 3-5 Tage oder mit der eID, das ist die online Funktion des Ausweises. Da fehlt mir allerdings der Pin. Da mein Ausweis schon ein bisschen älter ist muss ich die online Funktion erst mal beantragen. Und das hier bei der Stadt und da bekomme ich hoffentlich jetzt gleich meinen PIN.“
Wer seinen Ausweis mit aktivierter eID hat, kann direkt loslegen, sobald ein SCHUFA-Account erstellt ist.
Alternativ kann man sich den Score auch telefonisch anfordern – praktisch für alle, die nicht online unterwegs sind. Allerdings erhält man dann keine detaillierte Einsicht in die Daten.
Ich komme jetzt zum interessanteren Teil – meinem SCHUFA-Score.
Der zeigt meine Bonität, also meine Zahlungsfähigkeit. Der Score ist seit der Umstellung einfacher zu verstehen. Statt wie bisher in Prozent wird er nun in Punkten von 100 bis 999 angegeben. Je nach Punktzahl wird man in eine von fünf Klassen eingeteilt – von „hervorragend“ bis „ungenügend“.
Statt 250 Kriterien beeinflussen jetzt noch zwölf Faktoren die Bewertung. Dazu gehören zum Beispiel unbezahlte Rechnungen, die Wohndauer oder wie oft zuletzt auf Raten gekauft wurde.
Wer Fehler entdeckt, kann sie bei der SCHUFA melden.
Tanja Birkholz, Vorstandsvorsitzende SCHUFA
„Es gibt dann auch eine einfache Möglichkeit, um entsprechende Korrektur zu bitten. Und wenn das eine berechtigte Beanstandung ist, dann prüfen wir das natürlich nach. Wenn das eine berechtigte Beanstandung ist, dann werden wir die entsprechenden Daten auch korrigieren.“
Auch ich habe heute einen Fehler entdeckt: Der Umzug an meine neue Adresse ist auf das falsche Datum notiert. Ich wohne dort schon viel länger. Das melde ich sofort der SCHUFA, denn eine längere Wohnzeit wirkt sich positiv auf meinen Score aus.
„Das Portal ist grundsätzlich übersichtlich und macht den Score verständlich. Man kann nachvollziehen, wie die Bewertung zustande kommt, und Fehler gezielt melden. Allerdings ist die Anmeldung aufwendiger als gedacht – besonders für ältere Menschen, die nicht so internetaffin sind, kann das eine Hürde sein. Wer keinen Online-Zugang hat, bekommt auch keinen detaillierten Einblick und wird damit praktisch vom neuen System ausgeschlossen.“
