Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Immer wieder sind LKW an schweren Verkehrsunfällen beteiligt. Deshalb ist die Überwachung des Güter-Verkehrs eine zentrale Aufgabe der Polizei. Das Ziel: Mangelhafte Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen, um so die Sicherheit auf unseren Straßen zu erhöhen. Wir waren bei der Großkontrolle auf einem Parkplatz im Rhein-Pfalz-Kreis dabei.
Kontrolle auf der A61 bei Frankenthal. „Bitte folgen“ heißt es für diesen LKW aus Worms.

„Ich bräuchte von Ihnen einmal Führerschein und Fahrzeugschein bitte. Haben Sie was geladen? Dann auch einmal die Ladungspapiere bitte.“

Die Polizei kontrolliert, ob die Ladung korrekt gesichert ist. Und ob der LKW technische Mängel aufweist.

Steven Wickhüller, Polizeipräsidium Rheinpfalz
„Beschädigungen am Reifen, ob irgendwelche da sind, die die Weiterfahrt zu untersagen haben. Ob die Profiltiefe noch in Ordnung ist. Ob die Bremsen beschädigt sind, Risse haben oder kein Belag mehr auf den Bremsen ist. Aber hier ist alles in Ordnung, keine Problem.“

Dementsprechend gelassen nimmt der Fahrer die Kontrolle.

Michael Witzler
„Ab und zu mal finde ich es nicht schlecht. Weil dann sieht man auch, wenn sich Fehler einschleichen und du es als Routinefahrer vielleicht nicht merkst oder man sich da irgendwas angewöhnt.“

Dieser LKW aus Polen hat Fahrzeugtüren geladen. Das Problem: Die Spanngurte zur Ladungssicherung sind in die Jahre gekommen. Die zulässige Zugkraft: Nicht mehr lesbar. Sie müssen noch vor Ort durch neue ersetzt werden. Zudem sind drei von sechs Stoßdämpfer lose und müssen zeitnah in einer Werkstatt repariert werden.
Immer wieder zieht die Polizei aber auch LKW aus dem Verkehr, die in einem technisch noch deutlich schlechteren Zustand sind.

Steven Wickhüller, Polizeipräsidium Rheinpfalz
„Es war auf der Bremsscheibe zum Beispiel nichts mehr da. Die Bremsbacken waren komplett abgefahren. Es war Metall auf Metall. Es war wirklich reines Glück, dass bis dahin nichts passiert ist. Und dass dann der Techniker, der vor Ort war, gemeint hat: Wenn der jetzt noch zehn Kilometer weiterfährt, fliegt ihm die Bremse um die Ohren und dann ist der ganze Anhänger weg.“

Die Zahl der Verkehrstoten in Rheinland-Pfalz ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 21 Prozent gestiegen. Laut Statistischem Landesamt verloren vergangenes Jahr 158 Personen ihr Leben – 28 mehr als noch ein Jahr zuvor.

Ghislaine Wymar, Polizeipräsidium Rheinpfalz
„Also wenn LKW an Verkehrsunfällen beteiligt sind, sind die Folgen in der Regel schwer. Also schwere Verletzungen oder tödliche Verkehrsunfälle mit LKW sind keine Seltenheit.“

Regelmäßige Kontrollen sind daher unverzichtbar. Mehr als 90 Polizeikräfte aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg kontrollieren heute gemeinsam.

Ghislaine Wymar, Polizeipräsidium Rheinpfalz
„Wir sind ja hier im Grenzgebiet zu Baden-Württemberg. Hessen ist auch nicht weit. Das hat den Vorteil, dass die Kollegen dann schnell zusammengezogen werden können und das ganze Spezialwissen dann in einer Großkontrolle gebündelt vorhanden ist.“

Allein das Polizeipräsidium Rheinpfalz hat im vergangenen Jahr 2000 LKW überprüft. Davon wurden 200 Fahrzeugen aufgrund ihrer Mängel die Weiterfahrt untersagt. Das zeigt: Jede einzelne Kontrolle zählt. Für das große Ziel: Die Zahl der Toten und Schwerverletzten auf Deutschlands Straßen zu reduzieren.