Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Ein Familienunternehmen aus Rheinland-Pfalz mischt ganz oben mit, im globalen Pharma-Markt – und wächst weiter. Boehringer Ingelheim ist noch vor Bayer und Merck das größte Pharma-Unternehmen Deutschlands. Heute präsentiert es – neben guten Jahreszahlen – auch viele Innovationen. Doch bei allem Erfolg gibt es auch Kritik – vor allem an langsamen Verfahren in Europa.
Jascayd und Hernexeos – Hinter diesen komplizierten Namen verbergen sich laut US-Arzneimittelbehörde zwei „bahnbrechende“ Medikamente: Tabletten zur Behandlung von Lungenkrebs und Lungenfibrose. Entwickelt von Boehringer Ingelheim. In den USA und China sind sie bereits zugelassen. In Europa steht hingegen noch eine Studie aus. Das ärgert den Deutschland-Chef.

Médard Schoenmaeckers, Deutschland-Chef Boehringer Ingelheim
„Die dauert zweieinhalb bis drei Jahre, eine Phase-3-Studie. Und das macht es länger. Und das macht es so viel länger, dass Patienten, die diese Krankheiten haben, oft diese Zeit nicht haben.“

Vieles laufe in Europa komplizierter als im Rest der Welt. Trotz aller Kritik: Die Geschäfte gehen gut, auch im Heimatmarkt. 2,9 Milliarden Euro Umsatz macht Boehringer im vergangenen Jahr in Deutschland, ein Anstieg um 13,5 Prozent. Weltweit sind es knapp 28 Milliarden Euro, plus 7,3 Prozent. Zu den Umsatztreibern gehören unter anderem Medikamente gegen Diabetes und Lungenkrankheiten. Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen heute ebenso wenig wie zu den Umsatzzielen im laufenden Jahr.

Frank Hübler, Vorstand Finanzen Boehringer Ingelheim
„Für uns ist sozusagen der langfristige Plan wesentlich wichtiger als der konkrete Blick auf ein Jahr. Deshalb ist für uns entsprechend wichtig, dass wir unsere Pipeline weiterentwickeln und dass wir unsere Produkte, die wir dieses Jahr in den Markt einführen konnten, in den USA und in China, wo wir die Erfolge weitertreiben wollen.“

20 neue Medikamente will Boehringer in den nächsten fünf Jahren auf den Markt bringen. Davon profitiert auch der Hauptsitz. In Ingelheim ist die Zahl der Mitarbeiter auf 10.600 gestiegen. Im Handelsstreit mit den USA hat Boehringer seine Preise gesenkt, um von Zöllen verschont zu bleiben. Einen Wermutstropfen gibt es im laufenden Jahr aber doch: Die Umsatzziele im Nahen und Mittleren Osten hat Boehringer wegen des Irankriegs bereits zurückgenommen.