Spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine vor vier Jahren ist die Bedrohung größer geworden: Hybride Kriegsführung erreicht auch uns in Deutschland. Hackerangriffe, Drohnensichtungen, Spionage.
Anti-Terror-Übung in der Rittersturz-Kaserne in der Nähe von Koblenz: Hier trainieren Polizei und Bundeswehr gemeinsam für den Ernstfall. Das Szenario: Ein bewaffneter Angriff von Terroristen – längst nicht mehr nur mit Sturmgewehren bewaffnet, sondern auch mit Drohnen:
Eine Gefahr, die immer größer wird. Betont auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius Anfang März in Mainz:
Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister
„Wir lernen seit dreieinhalb Jahren in der Ukraine erstens welche Bedeutung Drohnen in der militärischen Auseinandersetzung gewonnen haben. Und andererseits geht’s eben um die Frage: Wie schützen wir eigentlich in Deutschland kritische Infrastruktur, Energieinfrastruktur, militärische Liegenschaften, Flugplätze.“
Laut Zahlen der Deutschen Flugsicherung, gibt es zurzeit einen Höchststand an Drohnensichtungen: Noch nie wurden in den ersten beiden Monaten eines Jahres so viele Drohnen entdeckt, wie jetzt: 37 bundesweit. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es im Januar und Februar nur 17 Sichtungen.
Besonders betroffen: Der Frankfurter Flughafen. Hier gibt es im gesamten vergangenen Jahr 47 gemeldete Drohnensichtungen – mit großem Abstand die meisten aller deutschen Flughäfen.
Durch hybride Kriegsführung werden auch Cyberangriffe immer mehr zum Problem: Auch hier setzt sich Frankfurt als Internetknotenpunkt einer erhöhten Gefahr aus.
Hessen als Zielscheibe für Hybride Angriffe?
Auch die hessische Wirtschaft sieht sich mit dieser Bedrohung konfrontiert. Im neuen Online-Portal resilienzcheck.org können Unternehmen sich selbst auf Krisenfestigkeit prüfen lassen. Mögliche Angriffspunkte für Hacker werden sichtbar gemacht. Eine App unter anderem entwickelt von der Bundeswehr.
Alle sind alarmiert. Um mögliche hybride Angriffe abzuwehren wird es wohl die Kraft aller brauchen: die der Polizei und der Bundeswehr.
