Für uns ist es ein unerwartet warmer Märzstart. Für die Zwergotter im Zoo Landau, ist es dagegen noch ziemlich frisch. Die gut 4 Kilo schweren Tiere leben in freier Wildbahn in Indien, China und auf den Philippinen. Jetzt ist ein munteres Pärchen in die Südpfalz gezogen.
Die Bälle-Box hat es dem Zwergotter angetan. Ob es das Männchen aus dem Heidelberger Zoo, oder das Weibchen aus Mühlhausen ist, kann so aus der Ferne nicht genau bestimmt werden. Die beiden zwei und ein Jahr alten Pelztiere sind ganz neu im Landauer Zoo und sollen dafür sorgen, dass die Zwergotter nicht aussterben.
Christina Schubert, Zooverwalterin Landau
„Die Tiere sind Teil von einem europäischen Ex-situ-Programm, also einem Programm, das europaweit die Zucht von Zwergottern koordiniert. Man muss wissen: Diese Tiere sind stark bedroht. In der Natur sind sie tatsächlich auf einem absteigenden Ast, die Zahlen werden immer geringer. Von daher ist es wichtig, in Zoos eine Reservepopulation aufzubauen. Die beiden Tiere haben sich auf Anhieb sehr gut verstanden. Von daher: Daumen gedrückt, dass es was wird mit Nachwuchs bei uns.“
Unglaublich neugierig und wahnsinnig verspielt. Zwei bestimmende Charaktereigenschaften der kleinsten Otterart der Welt. In ihren Heimatländern in Süd- und Südostasien werden sie illegal gejagt, und ihr Lebensraum wird durch zunehmenden Ackerbau immer kleiner. Die beiden Landauer Otter, zeigen sich in ihrem neuen Zuhause noch von ihrer besten Seite. Aber es sind Raubtiere und keine Kuscheltiere.
Michelle Hummel, Tierpflegerin Zoo Landau
„Zwergotter sind halt kleine freche Otter. Wenn sie nicht beschäftigt sind, dann bauen sie ein bisschen Mist.“
Inklusive Schwanz sind die beiden noch namenlosen Tiere, um die 25 Zentimeter lang. Im Landauer Zoo hoffen alle, dass das frühlingshafte Wetter bald auch für Frühlingsgefühle im Ottergehege sorgt.
Christina Schubert, Zooverwalterin Landau
„Wenn wir Glück haben, dann gibt es tatsächlich schon in diesem Jahr Nachwuchs. Das könnte sein. Die Tiere sind geschlechtsreif. Das könnte grundsätzlich funktionieren. Und die haben Würfe, so um die vier Tiere, bis maximal sieben Tiere.“
Noch bezieht sich die Otterliebe aber nicht auf den neuen Lebenspartner, beziehungsweise auf die neue Lebenspartnerin. Viel interessanter sind Michelle Hummel und die Käferlarven, die die Tierpflegerin den Zwergottern mehrmals täglich als Leckerlis serviert.
