Seit Beginn des Irankriegs sitzen Tausende Deutsche im Nahen Osten fest. So gut wie kein Flugzeug kann die Krisenregion verlassen – die meisten Urlauber sind in Dubai gestrandet. Für mehr als 250 besonders schutzbedürftige Menschen, vor allem Kinder, Kranke und Ältere, hatte das Warten auf Ausreise in der Nacht ein Ende: Mit der ersten Evakuierungsmaschine der Bundesregierung ging die Reise für sie am frühen Morgen zurück nach Frankfurt.
So einen Empfang bekommen Dubai-Urlauber bei ihrer Heimkehr nach Deutschland auch nicht alle Tage: Gerade erst aus dem Flieger gestiegen, will die versammelte Presse von ihnen wissen, wie sie die Situation in der Krisenregion erlebt haben. Viele haben eine wahre Odyssee hinter sich.
Karl Wagener
„Wir sind eigenständig in den Oman ausgereist. Bis man das mal organisiert bekommen hat, das dauert halt. Natürlich ist es beunruhigend, wenn man Raketen über die Köpfe fliegen sieht.“
Christa Koberstädt
„Sehr, sehr stressig. Sehr, sehr stressig. Diese Ohnmacht, keine Flüge zu bekommen. Nicht zu wissen: Wann kann man ausgeflogen werden …“
Luise Wachs
„Bei uns im Hotel war es eher entspannt noch. Aber es wurde immer angespannter, je angespannter die Lage auch wurde. Und eben keine Flüge mehr zurück gingen.“
Noah Bürsch
„Ich hatte halt ein bisschen Angst. Obwohl es eigentlich sicher war. Und ich bin auch dankbar, dass wir jetzt rausgekommen sind.“
Mit gut zwei Stunden Verspätung landet die erste Lufthansa-Evakuierungsmaschine der Bundesregierung heute Morgen um kurz nach halb Acht in Frankfurt. Die Passagiere sind handverlesen: Wer mit wollte, musste sich zuvor auf einer Liste des Auswärtigen Amts registrieren. Ticketpreis: Rund 500 Euro. Die Losung: Kranke, Alte und Familien mit Kindern zuerst.
Kevin Zänger
„Dann hatten wir uns registriert auf dieser Liste. Und dann hatten wir vor zwei Tagen, hat meine Frau die Nachricht bekommen, dass wir die Möglichkeit hätten, zurück zu fliegen. Und die Möglichkeit haben wir genutzt.“
David Bürsch
„Alle waren super freundlich und hilfsbereit. Und jetzt sind wir einfach nur froh und dankbar, dass wir hier wieder sind.“
Schätzungen zufolge warten derzeit bis zu 30.000 Deutsche im Nahen Osten auf ihre Ausreise. Rund 10000 davon haben sich beim Auswärtigen Amt für eine Rückholung registriert. Für die kommenden Tage sind weitere Evakuierungsflüge geplant.
