Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Ein altes Gemüse, das wieder im Kommen ist: Pastinaken. Bis ins 18. Jahrhundert galt das Wurzelgemüse als Grundnahrungsmittel, bis es von der ertragreicheren Kartoffel verdrängt wurde. Jetzt sind Pastinaken wieder voll im Trend und werden im Gemüsegarten Deutschlands – in der Pfalz – angebaut.
Es ist bestes Erntewetter. Sonnig, trocken und mild. Doch weil es in den vergangenen Monaten so viel geregnet und geschneit hat, ist der Boden in der Südpfalz noch sehr feucht. Zu feucht für die Erntemaschine. Die Pastinaken müssen per Hand aus dem Boden gezogen werden. Auf 1,2 Hektar baut Michael Zapf das wiederentdeckte alte Gemüse an.

Michael Zapf, Landwirt aus Kandel
„Je länger man sie im Boden lassen kann, desto besser halten sie sich, bleiben sie länger frisch. Pastinaken machen wir seit zwei Jahren. Wir haben halt was gesucht für den Winter, für die Produktion im Winter. Da kamen halt Pastinaken auf den Tisch.“

Die Wurzeln sind ein perfektes Wintergemüse, weil ihnen Frost nichts ausmacht. Beim Ernten ist Übung erforderlich, denn das karottenähnliche Gemüse kann leicht brechen. Pastinaken zählen zu den ältesten Pflanzen, die von Menschen gegessen werden. Vermutlich wurden sie schon in der Steinzeit gesammelt. Doch im Laufe der Jahrhunderte hat die schneller wachsende Kartoffel die Pastinake verdrängt, jetzt wird sie als gesundes,  regionales Gemüse  wiederentdeckt.

Michael Zapf, Landwirt aus Kandel
„Ja, doch, ist sehr vitaminhaltig. Vitamin K, Vitamin C hat es sehr viel.“

Dazu ist die Pastinake kalorienarm. Die Pflanze zählt zu den Doldengewächsen und schmeckt süßlich-würzig. Ähnlich wie Karotten und Sellerie. Auf dem Hof von Michael Zapf wird das Gemüse nach der Ernte direkt gewaschen und für den Verkauf fertiggemacht. Pastinaken können roh gegessen, geschmort, gekocht, gedämpft oder gedünstet werden. Sie werden an Supermärkte und die Gastronomie verkauft. Viele Kunden haben Extrawünsche.

Michael Zapf, Landwirt aus Kandel
„Ja, in der Verpackung ist jeder Kunde anders. Jeder Kunde hat eine andere Kiste, andere Einheit. Es muss schon nach Größe sortiert werden. Also, ich kann nicht ganz große und ganz kleine nehmen, das funktioniert nicht.“

Erntezeit ist bis Anfang April. Noch mühsam per Hand, doch wenn das Wetter weiter mitspielt, dann wird der Boden spätestens in der kommenden Woche trocken genug sein, um auf den Feldern bei Kandel die Erntemaschine einzusetzen.