Wie wirken Wahlplakate?
Wahlplakate, soweit das Auge reicht. Gesichter in Großaufnahme, Wortspiele und konkrete Versprechungen: Hauptsache, man schaut hin. Aber: Haben sie auch einen Einfluss auf die Wahlentscheidung der Mainzerinnen und Mainzer?
Uwe Böhm
„Das würde ich nicht sagen, weil ich die Wahlsprüche für recht banal halte. Sie regen mich eher auf, weil ich‘s für eine Riesen Umweltsauerei halte.“
Conny Glaesser
„Also ich finde die Wahlen sowieso generell schwierig zur Zeit – oder die Parteien. Von daher schaue ich mir die Wahlplakate an. Ob sie jetzt unbedingt einen Einfluss haben auf meine Entscheidung: Das glaube ich weniger.“
Jürgen Hoffart
„Auf meine Wahlentscheidung hat das keinen Einfluss. Ich finde das interessant zu lesen, was da drauf steht, aber beeinflussen tut es die Wahlentscheidung definitiv nicht.“
Auch den Parteien dürfte klar sein, dass sie mit den Plakaten keine neuen Wähler gewinnen. Die Kommunikationswissenschaft sagt: Sollen sie auch gar nicht.
Marcus Maurer, Professor für Politische Kommunikation
„Es geht vor allem erst einmal darum, Aufmerksamkeit für den Wahlkampf zu schaffen. Dass die Leute wissen: Jetzt ist Wahl, jetzt muss man sich mal ein bisschen mit Politik beschäftigen. Dann geht’s vielleicht auch darum, den eigenen Kandidaten mal aufm Bild zu zeigen. Damit die Leute sehen: Das ist der Kandidat dieser oder jener Partei. Also es geht um Aufmerksamkeit. Also es geht jetzt nicht unbedingt darum, großartig Inhalte zu vermitteln.“
TV-Duelle, Wahlwerbung auf Social Media, Kundgebungen: Was ist für die Parteien am wichtigsten?
Marcus Maurer, Professor für Politische Kommunikation
„Manche Kanäle mobilisieren eher die eigene Wählerschaft, andere haben eben die Chance, wie zum Beispiel eben in einem Fernsehduell, auch Anhänger der anderen Parteien zu erreichen oder Unentschiedene noch zu überzeugen. Also es kommt immer auf den Mix an. Es gibt verschiedene Kanäle, die verschiedene Funktionen erfüllen und die alle wichtig sind für diese Funktion jeweils.“
Wahlplakate sind ein Hingucker. Und genau dafür sind sie da. Aber sind die Plakate den Parteien gelungen? Marcus Maurer ordnet ein.
Marcus Maurer, Professor für Politische Kommunikation:
(Grüne) „Es sind Personen drauf, die aber alle nichts mit der Partei zu tun haben offensichtlich. Es erinnert eher an ein Plakat aus der kommerziellen Werbung. Also fremde Personen, die irgendwie lachen und Spaß haben und dort irgendwas machen.“
(FDP) „Ja, so ein Plakat habe ich überhaupt noch nie gesehen. Die Kandidatin ist zu sehen, aber mit Kapuze. Natürlich völlig ungewöhnlich. Guckt zur Seite, dann dieser riesige Spruch, den man auch erst mal verstehen muss. Also hier geht’s ganz offensichtlich total darum, mit allen Mitteln was anders zu machen als Andere und damit Aufmerksamkeit zu erzeugen.“
(AfD) „Da ist ’ne Botschaft drauf, die Menschen können sich ein Urteil bilden. Anders als vielleicht bei den anderen Plakaten, also man weiß, worum es geht. Zumindest eine politische Forderung dabei. Großartig Aufmerksamkeit erzeugt das sicherlich nicht.“
(CDU) „Es ist der Kandidat zu sehen und dazu ein Spruch. Auch hier gibt’s eine politische Positionierung, was eigentlich immer ganz gut ist, relativ kurz und knapp. Also man weiß so ein bisschen, dass das Thema innere Sicherheit offensichtlich der CDU wichtig ist in diesem Wahlkampf.“
(SPD) „Sehr personenzentriert, sehr emotional. Auch der Spruch, aus Liebe zum Land, ist eigentlich natürlich ein sehr schöner Spruch, aber natürlich auch sehr vage.“
Am 22. März wird in Rheinland-Pfalz ein neuer Landtag gewählt. Durch die Wahlplakate haben die meisten Menschen das jetzt auf dem Schirm.









