Tafel Ludwigshafen sucht Nachwuchs
Lange Warteschlangen vor der Ludwigshafener Tafel. An sechs Tagen die Woche versorgt das größte ehrenamtliche Projekt der Stadt Bedürftige mit Lebensmitteln. Noch nie waren so viele Menschen auf die Tafel angewiesen. Das bedeutet: Lange Wartezeiten und ein Aufnahmestopp für neue Kunden. Auf der anderen Seite aber auch mehr Arbeit für die Ehrenamtlichen Helfer.
Hans Braun, Rentner
„Zum einen heben und tragen. Das ist halt der schwierige Teil, ansonsten hat man Bewegung hier, ich bin also sehr viel in Bewegung und mach meine Kilometer hier. Das schwierigste ist einfach wenn die Kisten sehr voll sind und wir verteilen hier auf den Tischen einfach und wenn dann momentan kein Platz ist, dann ist es schwierig, weil man muss die Kiste dann wirklich in der Hand halten.“
Hans Braun arbeitet seit fünf Jahren regelmäßig bei der Tafel und ist einer von circa 150 Helfern. Neben ihm helfen vor allem Frauen aus, Rentnerinnen oder Hausfrauen, die die Zeit haben. Aber die Tafel braucht jüngere Helfer, um die steigende Nachfrage erfüllen zu können. Doch die Rahmenbedingungen sind schwierig.
Jürgen Hundemer, Vorsitzender Tafel Ludwigshafen
„Morgens ab acht, halb neun bereiten wir vor. Also wir sortieren Lebensmittel, richten den Verkaufsraum ein und da haben wir Arbeitszeiten, die in aller Regel morgens bis längstens 14 Uhr am Nachmittag sind und das ist halt auch die Schulzeit, deshalb ist es für junge Menschen, die in die Schule gehen oder für Studenten doch schon etwas schwierig bei uns ehrenamtlich eingesetzt zu werden.“
Daher setzt die Tafel auf die Zusammenarbeit mit Schulen aus dem Umkreis, die im Rahmen sozialer Praktika Schüler dazu ermutigen, sich bei der Tafel zu melden.
Emma Marie Knödler, Neuntklässlerin
„Ich habe mir gedacht, ich gehe zur Tafel, um mal so mehr mitzubekommen, wie das so ist mit Leuten, die jetzt vielleicht nicht so viel Geld haben oder auch generell der Umgang mit Lebensmitteln, hat mir in den letzten zwei Wochen sehr viel gezeigt, wie wichtig Lebensmittel eigentlich sind und was für ein gutes Leben man eigentlich hat und, dass man das auch mal ein bisschen schätzen sollte.“
Ein weiterer Aspekt ihrer Arbeit ist der Umgang mit den Kunden. Täglich trifft sie auf Menschen aus rund 40 verschiedenen Nationen, was den Arbeitsalltag sehr vielfältig und herausfordernd macht.
Neben diesen sozialen Erfahrungen merkt sie auch, dass die Arbeit körperlich deutlich anspruchsvoller ist, als sie zunächst erwartet.
Emma Marie Knödler, Neuntklässlerin
„In der Schule sitzt man sechs Stunden am Tisch, ist auf jeden Fall was anderes. Ich hab’s auf jeden Fall in den ersten paar Tagen auch gemerkt in den Füßen, das ganze Stehen, das ganze Tragen. Aber jetzt nach ner Zeit habe ich mich so schon dran gewöhnt, aber so wenn ich nach Hause komme, mach ich dann meistens schon noch einen Mittagsschlaf, weil es schon relativ anstrengend ist.“
Heute ist Emmas letzter Tag bei der Tafel, doch sie will sich auch im Anschluss weiter ehrenamtlich engagieren. Auch wenn ihr dafür dann nur die Schulferien bleiben.









