Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Modellprojekt „Sprachkita“ – Was bringt das?

Jan. 28, 2026

Immer mehr Kinder müssen bereits in der Grundschule Klassen wiederholen. Im vergangenen Jahr lag Rheinland-Pfalz in dieser Statistik bundesweit auf dem ersten Platz. Der Grund dafür liegt laut Experten dabei vor allem an mangelhaften Sprachkenntnissen. Deshalb hat das Land jetzt ein Modellprojekt an mehr als 350 sogenannten „Sprachkitas“ gestartet, an denen schon die Kleinsten besser auf ihren Weg durch das Bildungssystem vorbereitet werden sollen.
Musikalische Früherziehung in der Kita am Schlosspark in Neuwied. Daniela Scholl trommelt, singt und lacht mit den Kleinen, alles im Sinn des Spracherwerbs.

Daniela Scholl, Erzieherin:
„Wir begrüßen uns untereinander. Da lernen sie aufgrund von dem Wiederholen Abfolgen, Reime. In der Phonologie lernen die, wie was aufeinander aufgebaut ist und das ist für die Sprache ganz wichtig. Und auch Kinder, die sich nicht trauen zu sprechen, die können über die Musik zum Sprechen gebracht werden.“

Erzieher Finn-Luca ist mit den Kindern in der Bau-Ecke zugange. Immer wieder gibt er den Kindern Sprechanlässe, stellt offene Fragen und versucht, zum freien Reden zu animieren. Aber: ist die zusätzliche Spracherziehung nicht ein großer Mehraufwand für die Erzieherinnen und Erzieher?

Finn-Luca Henke, Erzieher:
„Nein, das würde ich nicht sagen. Es bringt viele neue Möglichkeiten mit und vor allem dadurch, dass das Thema Sprache immer präsenter wird und wir auch einfach immer mehr Kinder haben, die Förderung in der Sprache brauchen, oder die da mehr Unterstützung brauchen. Daher sehe ich es eigentlich als Glück und freue mich darauf, das noch extra machen zu können.“

Bis zu fünf Arbeitsstunden mehr in der Woche bezahlt das Land für jede Sprach-Kita. Das kostet momentan rund 3,5 Millionen Euro im Jahr. Für Kita-Leiterin Anna Hertling war es keine Frage, ob sie ihre Einrichtung für die Sprach-Kitas bewerben möchte. Sie sieht die Kitas als „erste Bildungseinrichtung“ und damit als genau richtig für den Spracherwerb. Noch sind die Sprach-Kitas allerdings nur ein Modellprojekt.

Anna Hertling, Kita-Leiterin:
„Was jetzt als Modell gestellt wird, muss eigentlich ganz normaler Alltag werden. Also es müssen zusätzliche Stunden zur Verfügung gestellt werden, es müssen Deputate da sein, es müssen gute Schulungen stattfinden und das ist dass, was auch Politik bieten und geben muss, dass diese Räume geschaffen werden können.“

Das Sprach-Kita-Projekt läuft erst einmal bis Ende 2028. Danach soll die Zahl der teilnehmenden Kindertagesstätten nach den Plänen des Bildungsministeriums auf 1000 gesteigert werden.