Wie umgehen mit Suizid? Im Gespräch mit Suizidforscherin Ute Lewitzka
Eva Dieterle spricht mit der deutschlandweit ersten Professorin für Suizidforschung an der Goethe-Universität Frankfurt.
Eva Dieterle, Moderatorin:
Guten Abend.
Prof. Ute Lewitzka, Suizidforscherin Goethe-Universität Frankfurt
Guten Abend.
Dieterle:
Frau Lewitzka, woran können Außenstehende erkennen, dass eine Person suizidgefährdet ist?
Lewitzka:
Sie können es leider nicht bei allen, aber bei sehr vielen Menschen erkennen. Wenn die Person sich verändert, wenn sie ihre Kleidung verändert, wenn sie sich zurückzieht, wenn sie schlechter schläft, wenn sie schlechter ixst, aber auch, wenn sie reizbarer, dünnhäutig wird. Also immer dann, wenn eine Person Verhalten und oder Äußeres ändert, kann das ein Hinweis sein, muss aber selbstverständlich nicht.
Dieterle:
Das ist also nicht immer eindeutig zu sehen. Was sind denn die wichtigsten Maßnahmen, um einen Suizid zu verhindern?
Lewitzka:
Genau. Also man kann ganz viel für die Suizidprävention tun. Dafür setzen wir uns ja mit verschiedenen Faktoren ein. Das Wichtigste für den Angehörigen oder jemand, der sich Sorgen macht, ist, sich zu trauen, das anzusprechen. Sie müssen keine Angst haben, dass Sie damit irgendetwas triggern oder induzieren. In der Regel sind die Betroffenen sogar entlastet, wenn es endlich jemand gibt, der sich traut, das anzusprechen. Und das macht man natürlich möglichst in einem ruhigen Rahmen und dann ohne Wertung. Das ist auch ganz wichtig, dass man nicht vorschnell kommt: “Aha, das ist doch alles gar nicht so schlimm”, sondern dass man ruhig seine Sorge äußert – “Ich mache mir Sorgen, dir geht es nicht gut. Magst du mir etwas erzählen?” – und dann auch nachfragen darf; “Gibt es denn da sogar so etwas wie Gedanken, dass dein Leben keinen Sinn mehr macht?“. Und darüber öffnet sich ganz oft eine Tür.
Dieterle:
Zu was öffnet sich die Tür, können Sie das konkretisieren? Was sind die nächsten Schritte?
Lewitzka:
Die Tür im Grunde genommen zur Hilfe. Also das Wahrnehmen ist schon für die Betroffenen ganz wichtig. Sie werden gesehen, sie werden nicht verurteilt. Und dann kann es sein, dass es, wenn es eine normale Lebenskrise ist, das des einfach nur ein Stück menschliche Begleitung braucht, nämlich jemand, der da ist, der sich um einen sorgt. Wenn es aber im Rahmen beispielsweise einer psychischen Erkrankung ist, dann kann diese Person, die nahesteht, der / dem Betroffenen helfen, ins Hilfesystem zu kommen und mit Hilfesystem meine ich erst mal niedrigschwellige Angebote. Wir kennen die Telefonseelsorge, wir kennen U25 und MANO beispielsweise, aber auch so etwas wie psychosoziale Krisendienste, wo man sich auch anonym beraten lassen kann. Und dann geht es natürlich weiter mit Vertretern des medizinischen Systems. Und da sind häufig die ersten Ansprechpartner die Hausärzte. Und ich kann und darf zu meinem Hausarzt gehen und schildern, dass es mir auch seelisch nicht gut geht. Der Hausarzt sorgt dann dafür, dass man weiter gut versorgt werden kann.
Dieterle:
Frau Lewitzka, vielen Dank!
Lewitzka:
Ich danke Ihnen.
HILFETELEFON der Telefonseelsorge: 0800 – 111 0 111
Eva Dieterle, Moderatorin:
Guten Abend.
Prof. Ute Lewitzka, Suizidforscherin Goethe-Universität Frankfurt
Guten Abend.
Dieterle:
Frau Lewitzka, woran können Außenstehende erkennen, dass eine Person suizidgefährdet ist?
Lewitzka:
Sie können es leider nicht bei allen, aber bei sehr vielen Menschen erkennen. Wenn die Person sich verändert, wenn sie ihre Kleidung verändert, wenn sie sich zurückzieht, wenn sie schlechter schläft, wenn sie schlechter ixst, aber auch, wenn sie reizbarer, dünnhäutig wird. Also immer dann, wenn eine Person Verhalten und oder Äußeres ändert, kann das ein Hinweis sein, muss aber selbstverständlich nicht.
Dieterle:
Das ist also nicht immer eindeutig zu sehen. Was sind denn die wichtigsten Maßnahmen, um einen Suizid zu verhindern?
Lewitzka:
Genau. Also man kann ganz viel für die Suizidprävention tun. Dafür setzen wir uns ja mit verschiedenen Faktoren ein. Das Wichtigste für den Angehörigen oder jemand, der sich Sorgen macht, ist, sich zu trauen, das anzusprechen. Sie müssen keine Angst haben, dass Sie damit irgendetwas triggern oder induzieren. In der Regel sind die Betroffenen sogar entlastet, wenn es endlich jemand gibt, der sich traut, das anzusprechen. Und das macht man natürlich möglichst in einem ruhigen Rahmen und dann ohne Wertung. Das ist auch ganz wichtig, dass man nicht vorschnell kommt: “Aha, das ist doch alles gar nicht so schlimm”, sondern dass man ruhig seine Sorge äußert – “Ich mache mir Sorgen, dir geht es nicht gut. Magst du mir etwas erzählen?” – und dann auch nachfragen darf; “Gibt es denn da sogar so etwas wie Gedanken, dass dein Leben keinen Sinn mehr macht?“. Und darüber öffnet sich ganz oft eine Tür.
Dieterle:
Zu was öffnet sich die Tür, können Sie das konkretisieren? Was sind die nächsten Schritte?
Lewitzka:
Die Tür im Grunde genommen zur Hilfe. Also das Wahrnehmen ist schon für die Betroffenen ganz wichtig. Sie werden gesehen, sie werden nicht verurteilt. Und dann kann es sein, dass es, wenn es eine normale Lebenskrise ist, das des einfach nur ein Stück menschliche Begleitung braucht, nämlich jemand, der da ist, der sich um einen sorgt. Wenn es aber im Rahmen beispielsweise einer psychischen Erkrankung ist, dann kann diese Person, die nahesteht, der / dem Betroffenen helfen, ins Hilfesystem zu kommen und mit Hilfesystem meine ich erst mal niedrigschwellige Angebote. Wir kennen die Telefonseelsorge, wir kennen U25 und MANO beispielsweise, aber auch so etwas wie psychosoziale Krisendienste, wo man sich auch anonym beraten lassen kann. Und dann geht es natürlich weiter mit Vertretern des medizinischen Systems. Und da sind häufig die ersten Ansprechpartner die Hausärzte. Und ich kann und darf zu meinem Hausarzt gehen und schildern, dass es mir auch seelisch nicht gut geht. Der Hausarzt sorgt dann dafür, dass man weiter gut versorgt werden kann.
Dieterle:
Frau Lewitzka, vielen Dank!
Lewitzka:
Ich danke Ihnen.
HILFETELEFON der Telefonseelsorge: 0800 – 111 0 111









