Schott legt Jahreszahlen vor
Der Blick in die Zukunft – so könnte er aussehen. Diese Augmented-Reality-Brille hat ein eingebautes Computer-Display im Glas. Auf diesem kann sich der Brillenträger zum Beispiel Texte in fremder Sprache übersetzen lassen. Schott produziert die Gläser dieser Brillen – über ein Dutzend Arbeitsschritte sind dafür nötig. Der Konzernchef erwartet dank dieser Innovation eine Revolution unseres Alltags.
Torsten Derr, Vorstandsvorsitzender Schott AG
„In Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz bieten diese Augmented-Reality- oder Display-Brillen ungeahnte Möglichkeiten. Und viele unserer Kunden sagen: Diese Brillen werden in ca. zehn Jahren das Handy disruptieren, also ersetzen.“
Die Nachfrage nach den Brillen sei enorm, deshalb will Schott die Produktion in diesem Jahr verdoppeln. So viel Zukunftsmusik kann die triste Gegenwart jedoch nur zum Teil überlagern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stagnierte der Umsatz des Konzerns. Der Gewinn brach fast um die Hälfte ein, auf 165 Millionen Euro. Zu altbekannten Problemen wie dem Fachkräftemangel und hohen Energiekosten in Deutschland gesellen sich immer mehr globale Krisen – wie zuletzt die Ankündigung noch höherer Zölle durch US-Präsident Donald Trump.
Torsten Derr, Vorstandsvorsitzender Schott AG
„Sollte es zu einer weiteren Erhöhung kommen, um 10 Prozent oder um 25 Prozent: Da ist kein Fett mehr am Knochen, was wir da noch opfern können. Das wäre ne Katastrophe. Nicht nur für Schott, sondern für viele deutsche Unternehmen. Und das würde nicht nur deutsche Unternehmen, sondern europäische Unternehmen oder amerikanische Unternehmen stark schädigen.“
Um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten, setzt Schott auf Innovationen, zum Beispiel in der Halbleiter-Industrie oder der Raumfahrt. Traditionelle Geschäftsfelder wie Haushaltsgeräte spielen aktuell eine untergeordnete Rolle. Sorgen um höhere Zölle auf die AR-Brillen muss sich der Schott-Chef übrigens nicht machen. Sie entstehen in einem Werk in Malaysia – einem Land, das Donald Trump derzeit nicht auf seiner Zoll-Liste hat.









