Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Landesmuseum zeigt jüdisches Erbe

Jan. 15, 2026

Seit fünf Jahren gehören die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz zum UNESCO-Weltkultur-Erbe. Damit wurde die Bedeutung jüdischer Kultur, Wissenschaft und Religion ausgezeichnet. Seit 1.000 Jahren ist jüdisches Leben mit der Geschichte von Rheinland-Pfalz verbunden. Einen Überblick darüber gibt jetzt die Ausstellung „Shalom am Rhein“ im Mainzer Landesmuseum.
Die Synagoge in Worms. Bereits seit 1034 existiert in der damals als „Jerusalem am Rhein“ bezeichneten Stadt ein jüdisches Gebetshaus. Mehrfach wird es zerstört, zuletzt in der Reichspogromnacht 1938. Speyer, Worms und Mainz sind die SchUM-Gemeinden, im Mittelalter das Zentrum des europäischen Judentums. SchUM: ein Kurzwort der hebräischen Städtenamen. Das erfährt der Ausstellungsbesucher. – Auch wie viele bedeutende jüdische Mitbürger es in Rheinland-Pfalz gab. Und wer sich heute gegen das Vergessen einsetzt. Es gibt viele Mitmachstationen, die ganz Alltägliches erklären und zum Lernen anregen.
Birgit Heide, Direktorin Landesmuseum Mainz
„Wir hoffen, dass es eigentlich eine Ausstellung für alle ist. Wir möchten gerne viele Besucher haben. Wir bieten eigene Schulklassenprogramme an. Aber ich denke, auch für Erwachsene ist viel dabei, wo man sagen kann: Das wusste ich so noch gar nicht, und je mehr wir voneinander lernen, desto mehr ist auch die Akzeptanz dann gegeben.“
Die jüdischen Gemeinden haben die Ausstellung mitgestaltet. Es gibt zum Beispiel eine Vitrine, in der immer andere Objekte des jüdischen Alltagslebens gezeigt werden. Der Rabbiner der jüdischen Gemeinde Mainz schaut sich zum ersten Mal die fertige Ausstellung an.
Aharon Ran Vernikovsky, Rabbiner jüdische Gemeinde Mainz
„Ich muss sagen, es ist eine sehr gelungene Ausstellung. Wenn man hier durch die Räume geht und sich die Exponate anschaut und die Medienstationen und Wissensstationen ausprobiert, dann stellt man sehr schnell fest: Es ist eine sehr vielfältige und reichhaltige Ausstellung, also ich bin sehr zufrieden.“
Eine Ausstellung, die zeigt, wie oft Juden im Laufe der Jahrhunderte vertrieben wurden. Die erklärt, dass Shoa, der Begriff für den Massenmord an Juden im Nationalsozialismus, eigentlich aus der Bibel stammt. Zu sehen sind auch fast 1000 Jahre alte jüdische Grabsteine. Sie stammen aus dem Depot der Generaldirektion kulturelles Erbe und wurden als Baumaterial zweckentfremdet. Viele stehen auch auf dem jüdischen Denkmalfriedhof.
Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP
„Insbesondere finde ich faszinierend, dass wir in der Ausstellung erfahren können, dass jüdisches Leben seit über 1000 Jahren zum Land Rheinland-Pfalz gehört. Dass es heute noch immer prägende Elemente gibt, die schon vor 1000 Jahren als Lehre entwickelt wurden, und dass die eigentlich fruchtbarsten Zeiten immer dann sind, wenn man gleichberechtigt, anerkennend und respektvoll miteinander umgeht.“
„Shalom am Rhein“ ist seit heute geöffnet und bleibt mehrere Jahre in der Steinhalle des Mainzer Landesmuseums.