Tod auf dem Rastplatz – Prozessauftakt in Trier
Es ist der 5. Juni vergangenen Jahres. In den frühen Morgenstunden entdeckt ein Autofahrer eine leblose Frau auf einem Wanderparkplatz zwischen Hermeskeil und Nonnweiler. Zu diesem Zeitpunkt ist sie bereits seit Stunden tot. Die Obduktion ergibt: Die Frau starb durch Schüsse – einer in den Bauch und einer in den Kopf. In der darauffolgenden Nacht nimmt die Polizei einen damals 34-jährigen Mann aus Wadern im Saarland fest. Er soll sie zuvor unter einem Vorwand zu dem Parkplatz gelockt haben.
Eric Samel, Oberstaatswanwalt
„Dem Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft Mord vor, mit dem Mordmerkmal der Heimtücke. Wir werfen ihm konkret vor, dass er seine ehemalige Geliebte an diesem Tatabend getötet hat und zwar ganz konkret, indem er sie erschossen hat.“
Dennis M. ist verheiratet, hat ein Kind. Mit dem Opfer habe er nur einmal Sex gehabt, ein Ausrutscher, erzählt er heute vor Gericht. Er habe keine Liebesbeziehung mit der 28-jährigen gewollt. Sie jedoch hätte sich verliebt, nicht locker gelassen, gedroht, seiner Ehefrau von dem Seitensprung zu erzählen und 20.000 Euro Schweigegeld gefordert.
Tabea Laier, Reporterin
„Eine Freundin des Opfers ist heute als Zeugin im Gerichtssaal. Sie habe ein anderes Bild der Beziehung gehabt: Es sei keine einmalige Sache gewesen, die beiden hätten öfter Sex gehabt und er habe ihr Hoffnungen auf eine gemeinsame Zukunft gemacht. Dennis M. habe der Getöteten versprochen, seiner Frau alles zu beichten, sich zu trennen und dann stattdessen mit ihr zusammen ziehen zu wollen.“
Die Familie des Opfers tritt als Nebenklage im Prozess auf. Ihr sei die Affäre laut Dennis M. ein Dorn im Auge gewesen. Sie habe ihn bedroht und ihm gesagt, er solle die 28-Jährige „wegschaffen“ – so der Wortlaut des Angeklagten. Seit dem habe der Sportschütze immer seine Waffe dabei gehabt. Ob Dennis M. wirklich bedroht wurde und ob diese Tatsache Einfluss auf das Strafmaß haben wird, muss das Gericht nun klären. Im Falle einer Verurteilung droht Dennis M. eine lebenslange Haftstrafe. Das Urteil könnte bereits Ende Januar fallen.









