Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Forschungsprogramm Klimawald 2100

Jan. 12, 2026

Ganze 43 Prozent von Rheinland-Pfalz ist von Wald bedeckt, damit zählt das Land zu den waldreichsten Bundesländern überhaupt. Die grüne Lunge ist nicht nur wichtig zum Atmen, sondern auch für die Holz-Produktion und als Speicher von CO2 – im Kampf gegen den Klimawandel, der den Wald wiederum selbst enorm unter Druck setzt. Wie damit umgehen? Und was bedeutet das für die Forstarbeit? Dazu hat das Land knapp drei Jahre lang geforscht – und heute in Mainz die Ergebnisse vorgestellt.
Ein alter, preußischer Entwässerungsgraben im Soonwalder Forst. Rund 1000 Kilometer solcher Altlasten gibt es allein hier. Davon will man weg. Niederschlagswasser heute im Wald versickern zu lassen statt rauszubekommen gilt im Vergleich zur Forstwirtschaft von vor 40 Jahren als Kehrtwende. Wasserrückhalt – eines von vier zentralen Themen, welches die Landesregierung mit ihrem Programm „Klimawald 2100“ erforscht hat.

Katrin Eder (Bündnis 90 / Die Grünen), Klimaschutzministerin RLP
„Es geht darum, sich den Wald in seinen unterschiedlichen Aspekten anzuschauen unter unterschiedlichen Szenarien des Klimawandels, also langsamer Pfad aber auch ganz extremer Klimawandel. Und wie verändert sich hier das Thema Wasser im Wald, wie verändern sich die Bäume, der Wald selbst, unsere Hauptbaumart die Buche und wie verändert sich eben auch die Biodiversität auf so genannten Störungsflächen.“
Dr. Ulrich Matthes, Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft
„Solche Flächen früher wurden früher oft geräumt, kahlgeräumt mit allen negativen Auswirkungen, die man hat. Wasser fließt ab, Nährstoffe gehen verloren. Umso wichtiger ist es, dass wir naturnah wirtschaften und auch sagen, wir belassen Totholz ganz bewusst.“

Bewusst haben die Forscher mit der Buche auch die häufigste Baumart im Land in den Blick genommen, denn ihre Überlebenschancen fallen je nach Klimaszenario ganz unterschiedlich aus.

Dr. Ulrich Matthes, Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft
„Weil wir bisher davon ausgegangen sind, dass die Buche eine Zukunftsbaumart ist und jetzt zeigen aufeinander folgende Trockenjahre, dass die Buche schwächelt und Schäden zeigt, sodass wir gesagt haben wir müssen ein stärkeres Augenmerk auf die Buche richten.“

Kosten von 2,7 Millionen Euro für knapp drei Jahre Forschung, um herauszufinden wie gestresste Wälder weiterhin funktionieren können.
Ihre Funktion als CO2 Speicher ist gefährdet. Doch diese spielt im Landesklimaschutzgesetz, welches Rheinland-Pfalz bis 2040 zur Klimaneutralität verpflichtet, eine zentrale Rolle.

Katrin Eder (Bündnis 90 / Die Grünen), Klimaschutzministerin RLP
„Wir wissen aus der Bundeswaldinventur vom vergangenen Jahr, dass der Wald noch CO2 speichert. Nicht mehr so viel, wie wir angenommen haben. Natürlich ist die CO2 Speicherung eine ganz wichtige Funktion und wenn es dem Wald entsprechend gut geht und er gut aufwachsen kann, dann speichert er ja auch mehr CO2. Deswegen nehmen wir 50 Millionen € in die Hand über fünf Jahre, um auch noch mal zu schauen wie wir den Wald auch unterstützen.“
Markus Wolf (CDU), Abgeordneter Landtag Rheinland-Pfalz
„Das sind 10 Millionen pro Jahr, das ist aufs ganze Land verteilt wirklich ein geringer Betrag. Ja zum Klimaschutz, aber eben auf einer richtigen Datengrundlage und dieser Bericht hat wieder gezeigt, diese Aufgabe wird der Wald nicht leisten können, die ihm da zugewiesen wird. Der Wald hat große Probleme, die müssen wir angehen, ihn für die Zukunft erhalten, dass er perspektivisch wieder zur CO2-Senke wird, das ist er heute nicht und damit steht auch das Landesklimaschutzgesetz auf sehr tönernen Füßen.“

Abschließend haben sich die Forscher dem Thema Kommunikation gewidmet, denn wegen der teils kontroversen Debatten über den Klimawandel gebe es auch unter den Forstleuten in Rheinland-Pfalz eine Verunsicherung. Neben dem natürlichen steht auch das gesellschaftliche Klima unter Druck.