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Heinrich XIII. Prinz Reuß sagt erstmals aus

Dez. 10, 2025

Seit anderthalb Jahren zieht sich bereits das sogenannte Reichsbürger-Verfahren in Frankfurt. Eine Gruppe um Prinz Reuß soll einen gewaltsamen Umsturz geplant haben. Heute hat sich der mutmaßliche Rädelsführer erstmals selbst zu den Tatvorwürfen geäußert.
Er steht heute im Mittelpunkt: Heinrich XIII Prinz Reuß, der mutmaßliche Kopf der nach ihm benannten Gruppe Reuß. Ganze 20 Punkte soll seine Stellungnahme umfassen. Etwas Trost spendet seine anwesende Tochter im Zuschauerraum, für den Angeklagten ein erster emotionaler Moment. Sein Verteidiger scheint ihm geraten zu haben, sich von der restlichen Gruppe zu distanzieren.

Roman von Alvensleben, Verteidiger von Prinz Reuß
„Es geht eben auch darum, dass er selber keine Gewalt verantworten wollte und niemals hinter gewalttätigen Aktionen gestanden hat. Wir haben letztendlich die Smoking Gun in diesem Verfahren nicht, dass wir eine Gewaltaktion in irgendeiner Form feststellen müssen bis zur Verhaftung.“

Die Smoking Gun, die rauchende Waffe, also der schlagkräftige Beweis gegen Prinz Reuß fehlt bislang. Er berichtet zunächst von seinen Eltern, die ihn beauftragt hätten, die früheren Ländereien der Familie zurückzuholen. Das habe er auf juristischem Wege versucht, aber nicht durch einen Umsturz. Eine Gruppe um den früheren Bundeswehr-Oberst Maximilian Eder habe ihn vor drei Jahren überzeugt, es gäbe Geheimcamps mit massenhaft missbrauchten Kindern, eine sogenannte Erdallianz plane deshalb einen Umsturz. Er gibt zu, Geld bereitgestellt zu haben. Von konkreten Plänen, den Reichstag mit Waffengewalt zu stürmen, will der 74-Jährige aber nichts gewusst haben. Ebenso wenig von einer Verschwiegenheitserklärung, die den Gruppenmitgliedern bei Verrat mit der Todesstrafe drohte.

Carsten Praeg, Reporter in Frankfurt
„Unter Tränen und mit gebrochener Stimme muss sich Prinz Reuß immer wieder sammeln. Vor allem dann, wenn es um seine verstorbenen Eltern, aber auch andere frühere Adelige geht. Er habe Verschwörungstheorien geglaubt, distanziert sich aber von Gewalt. ‚Ich bin kein Terrorist‘, sagt er, und: „Es gibt keine Gruppe Reuß.‘ Ihm in diesem Indizienprozess ein Schuld nachzuweisen, dürfte weiterhin müßig sein.“

Sein Verteidiger hat unterdessen weitere Haftprüfungsanträge angekündigt. Die mitangeklagte Lebensgefährtin von Prinz Reuß, Vitalia B., wurde vergangene Woche aus der Untersuchungshaft entlassen. An den kommenden Verhandlungstagen will Prinz Reuß seine Ausführungen fortsetzen. Ein Ende des Prozesses ist noch nicht in Sicht.