Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Jahresbilanz der Agentur für Arbeit

Dez. 8, 2025

Deutschland drohen Unternehmer auszugehen. Ja, nicht nur in Sachen Fachkräfte gibt es einen Mangel, sondern auch beim Thema Unternehmensnachfolger. Tausende Betriebe in Rheinland-Pfalz stehen ohne einen Nachfolger da. Wir haben uns einen konkreten Fall einmal näher angeschaut.
Hier in Mainz-Mombach ist Fingerspitzengefühl gefragt, beim Fräsen oder beim Schweißen. Bei SAM Sondermaschinen und Apparatebau werden Teile für die Industrie gefertigt. Zwölf Mitarbeiter beschäftigt Stefan Kaster, die Geschäfte laufen gut. Doch der 67-Jährige hat ein Problem: Eigentlich könnte er bald in Rente gehen, hat aber noch keinen Nachfolger gefunden.

Stefan Kaster, Geschäftsführer SAM GmbH
„Die jungen Leute, die wollen das nicht mehr, diese Selbständigkeit. Das ist mit Verantwortung verbunden, die sagen: Ich gehe irgendwo in eine Firma, werde da gut bezahlt, arbeite dort von 8 bis 5. Alles gut. Und muss mich nicht mit den Sachen rumschlagen, die ich tun müsste, wenn ich selbständig bin.“

Rund 9.000 Unternehmen müssten in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren übergeben werden. Laut einer aktuellen Studie der Hochschule Mainz hätten davon aber etwa zwei Drittel noch keine konkreten Nachfolgepläne. Die Agentur für Arbeit sieht in ihrer Jahresbilanz heute in Mainz ein demografisches Problem: (Grafik) Stand März dieses Jahres gab es knapp 155.000 Beschäftigte im Alter von 60 bis 64 Jahren, die also bald in Rente gehen. Dem gegenüber stehen aber nur knapp 116.000 Beschäftigte zwischen 20 und 24 Jahren. Zuwenig, um die ältere Generation auszugleichen.

Heidrun Schulz, Leiterin Regionaldirektion RLP
„Die eigentlich sehr wohl in Frage kämen, ein Unternehmen zu übernehmen. Die aber aus dem Arbeitsmarkt weggehen und weniger Jüngere haben, die nachkommen. Dann werden die Jüngeren sich auf die unterschiedlichsten Möglichkeiten verteilen und eben im geringeren Maße für Übernahmen zur Verfügung stehen.“

So leicht will sich Stefan Kaster nicht entmutigen lassen und hat sich ein Ziel gesetzt.

Stefan Kaster, Geschäftsführer SAM GmbH
„Dass die jungen Leute, die ich jetzt hier mit ausgebildet habe, weiter ausbilden werde. Dass die später mal in Lohn und Brot kommen und das mal übernehmen. Und da würde ich auch persönlich noch einiges für tun, auch über die Zeit 70 und weiter hinweg.“

In spätestens fünf Jahren will Stefan Kaster die Nachfolge geregelt haben. Und hofft, seinen Betrieb dann nicht doch endgültig schließen zu müssen.