Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Medienmesse Content Convention besorgt um KI-Fakes

Nov. 27, 2025

Junge Menschen unter 30 informieren sich hauptsächlich über Social Media – so aktuelle Studien. Daher sind wir von 17:30 Sat.1 Live auch genau da vertreten. Die Fragen, die sich stellen: Was bedeutet das für den Journalismus? Wie muss die Botschaft verpackt werden, dass sie ankommt? Und wer passt auf, dass sich keine Fake News verbreiten? Antworten haben Politik und Medien auf der Content Convention in Mainz diskutiert – eine Medienmesse organisiert von der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz.
„Wo kann ich 2026 in Skiurlaub fahren?“ Die Google-KI Gemini überlegt und spuckt dann eine Empfehlung aus. Bei der Urlaubsplanung mag künstliche Intelligenz praktisch sein.
Nutzt man KI allerdings, um sich über aktuelle Themen wie zum Beispiel die Rentenhöhe zu informieren, sieht es anders aus. Denn laut einer vor vier Wochen veröffentlichten Studie der Europäischen Rundfunkunion erfinden KI-Chatbots bis zu 40 Prozent der Antworten, die sie als Fakten darstellen.
Besorgniserregend, findet der Direktor der Medienanstalt Rheinland-Pfalz. Denn über 50 Prozent der Jugendlichen verlassen sich auf das, was der KI-Überblick angibt. Hinzu komme …

Dr. Marc Jan Eumann, Direktor Medienanstalt RLP
„… dass diese Algorithmen darauf programmiert sind, eher sozusagen extremere Positionen nach vorne zu spülen, weil die naturgemäß eine größere Aufmerksamkeit erzielen. Wenn aber die Summe von sehr vielen extremen Positionen nur noch das ist, was mich in meiner Meinungsbildung erreicht, dann muss man sich nicht wundern, dass das, was auch noch im Gefüge des Vielfaltsspektrums existiert, gar nicht mehr gefunden und auch gar nicht mehr angeboten wird.“

Große Medienplattformen seien längst keine neutralen Vermittler mehr, betont der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer.
Seit Februar 2024 gilt in allen EU-Staaten der Digital Services Act. Ein Gesetz, das Anbieter von Online-Diensten dazu verpflichtet, Nutzer in Europa vor illegalen Inhalten und Falschinformation zu schützen.
Das Gesetz werde aber nicht konsequent genug umgesetzt und vor allem von den USA regelrecht bekämpft.

Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident RLP
„Da habe ich den Eindruck, die amerikanische Politik ist sehr stark Interessenswahrer der Geschäftsinteressen von großen amerikanischen Plattformen. Das muss man zur Kenntnis nehmen, aber nicht akzeptieren. Es geht um die Bewahrung der Meinungsvielfalt. Es geht darum, dass nicht einzelne Plattformbetreiber, also auch Persönlichkeiten, die Plattformen im Eigentum haben wie sie ein Unternehmen im Eigentum haben, ihre Meinung durchsetzen. Das erleben wir ja teilweise bei X, früher Twitter. Genau das wollen wir eben nicht.“

Online-Dienste strenger zu regulieren, gelingt aber nicht von heute auf morgen. Umso wichtiger ist, dass Nutzer kritisch sind und überlegen, welchen Quellen sie im Netz vertrauen.