Rheingau-Taunus-Kreis holt Ausbildungsberufe in die Region
Laura und Mia lernen das menschliche Skelett kennen. Sie und ihre Klassenkameradinnen haben in diesem Jahr in Taunusstein ihre Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten begonnen und gehen erste Schritte in den verschiedenen Bereichen, die das Berufsfeld bietet.
Laura Lehnhard, Auszubildende
„Ich bin darauf gekommen, weil ich ein Praktikum in einer Augenarztpraxis gemacht habe und das hat mir sehr gut gefallen – das Team dort und die ganzen Aufgabenbereiche – und deswegen habe ich mich dann dazu entschieden.“
Medizinische Fachangestellte ist neben dem Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und der Fachkraft für Fahrbetrieb einer von drei Ausbildungsberufen, die mit dem Projekt neu an der Berufsschule in Taunusstein angeboten werden – weitere drei sollen in den nächsten Jahren folgen. Der Landrat ist sich sicher: wohnortnahe Ausbildungsmöglichkeiten werden immer wichtiger.
Sandro Zehner (CDU), Landrat Rheingau-Taunus-Kreis
„Deswegen wollen wir ein Angebot schaffen, dass diejenigen, die beispielsweise die medizinische Fachangestelltenausbildung machen wollen, die im Untertaunus in der Arztpraxis arbeiten, dann auch im Untertaunus ihr Berufsschulangebot haben. Um sozusagen in ihrer Region zu sein, kurze Wege zu haben, den ÖPNV gut nutzen zu können und dass ist sowohl für die Betriebe unglaublich wichtig, die diese Fachkräfte dringend benötigen, es ist aber auch für die jungen Menschen mittlerweile ein Thema.“
Die Betriebe in der Region schauen angesichts stetig wachsender Nachwuchssorgen hoffnungsvoll auf die Neu- oder Wiederansiedlung der Ausbildungen. Manche Lehrgänge waren hier nämlich erst vor zehn Jahren wegen mangelndem Interesse abgeschafft worden.
Klaus Besier, Innungsobermeister Elektroinnung Wiesbaden
„Ich denke auch, dass die Ausbildung hier vielleicht ein Stück weit besser wird, weil die Klassen kleiner sind. Die können individueller ausbilden als die in Wiesbaden mit den riesengroßen Mengen, die die da haben.“
Außerdem ist der kurze Weg zur Ausbildungsstätte ein wichtiges Argument für die Azubis, denn bislang mussten die jungen Leute aus der Region für ihre Ausbildung nach Wiesbaden oder noch weiter fahren.
Boran Kaplan, Auszubildender
„Ich wohne tatsächlich sogar hier in Hahn. Zu Fuß wären dass so 15 Minuten, mit dem Auto zwei Minuten. Top, das finde ich gut.“
Laura Lehnhard, Auszubildende
„Für mich ist das sehr wichtig vom Weg alleine. Ich spare dadurch auch sehr viel Zeit, dass die Schule hier neu eröffnet wurde. Das ist einfach praktisch für mich.“
Viele Hoffnungen verbinden sich also mit dem Projekt „zukunftsfähige Berufsschule“. Die Anmeldezahlen der nächsten Jahre werden zeigen, ob sie begründet sind.









