Protestcamp im Langener Wald wird geräumt
„Wir geben Ihnen jetzt letztmalig die Gelegenheit, selbständig zu Boden zu kommen. Steigen sie jetzt zum Boden herunter.“
Während die Umweltaktivisten der Gruppe „Wald Statt Asphalt“ diese letzte Aufforderung erhalten, wird rundherum schon seit Stunden das Lager der Waldbesetzer geräumt.
Von den zuletzt rund 10 übrig gebliebenen Waldbesetztern sind zwei Personen etwa 25 Meter hoch in eine Baumkrone hinaufgestiegen und müssen vom einem sogenannten Höheninterventionsteam der Polizei abgeseilt werden, was letztlich auch gelingt.
Hintergrund des Protestes: Die Firma Sehring baut in der Gegend seit Jahrzehnten Kies und Sand ab. Und hat seit 2013 die Erlaubnis, etwa 64 Hektar des ursprünglich geschützten Stück Wald im Südosten des Langener Waldsees zu roden, um weiter Kies und Sand abzubauen. Und genau dagegen protestieren die Waldbesetzer. 41
Christopher Leidner, Polizeipräsidium Südosthessen
„Protest ist legitim, er muss halt nur friedlich und rechtskonform stattfinden. Wir befinden uns hier auf dem Betriebsgelände einer Firma, das ist Privatgrundstück. Und da würden die alleine schon mal eine Straftat begehen, nämlich den Verdacht des Hausfriedensbruch. Und dann gab es ja hier die Allgemeinverfügung von anderen Behörden, dass das eine Versammlung war, die aufgelöst ist. Und dass die sich zu entfernen haben und da unterhalten wir uns von einer Ordnungswidrigkeit.“
Dieser Waldbesetzer hat sich selbst an einen Baum gebunden. Mit einer Reihe von Werkzeugen wird er befreit und letztlich von der Polizei abgeführt.
Mehrere hundert Beamte kommen heute zum Einsatz und sorgen für eine am Ende friedliche Räumung. Wann mit der Rodung der Bäume und dem Ausbau der Kiesgrube begonnen wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Firma Sehring stehen jetzt aber vorerst keine Aktivisten mehr im Wege.









