Mainzer Kinderpalliativteam droht das Aus
Das ambulante Kinderpalliativteam aus Mainz betreut Familien wie die des zweijährigen Marlo. Bei der Geburt wird sein Hirn schwer geschädigt. Seitdem braucht Marlo Pflege – Jeden Tag, rund um die Uhr. Eine große Belastung für seine Familie.
Tanja, Marlos Mutter
„Der Alltag ist eigentlich nicht mehr wirklich vergleichbar mit dem Leben, das man vorher geführt hat. Weil man einfach jede Minute vor viele neue Situationen geworfen wird. Der Kleine kann in der einen Minute stabil sein, in der anderen Minute ist er schon wieder in einer kritischen Situation.“
Die Mitarbeiter des Palliativteams betreuen Marlos Familie, führen Hausbesuche durch, stehen auch psychologisch zur Seite. Das sechsköpfige Team kennt Marlo genau und ist telefonisch immer erreichbar – Auch in Notfällen.
Tanja, Marlos Mama
„Es ist auch schon häufiger passiert, dass wir morgens um drei telefoniert haben. Und jedes Mal nimmt jemand ab an der anderen Leitung, hat eine positive Grundeinstellung, gibt uns wieder Ruhe und Sicherheit. Weil wir sind hier manchmal total Land unter. (…). Dann kommen die auch nach Hause. Innerhalb von einer halben Stunde waren sie auch mal nachts um Mitternacht dagestanden als wir hier nicht mehr weiterkamen. Und das ist halt etwas, was sonst niemand leisten kann.“
Doch das Mainzer Kinderpalliativteam steht nun vor dem Aus. Es findet keine neuen Pflege-Fachkräfte. Ändert sich das nicht, müsste es zum Ende des Jahres schließen. Für Marlos Eltern wäre das eine Katastrophe.
Tanja, Marlos Mama
„Ja, wenn sie nicht mehr da wären – ich weiß auch nicht. Dann wäre das Leben unglaublich schwer. Und wir müssten einfach Wege finden, wie wir es irgendwie händeln können. Aber da hätte er definitiv nicht die gleiche Lebensqualität wie jetzt.“
Die Ärzte und Pflegerinnen im Kinder-Palliativteam betreuen Familien im Umkreis von 100 Kilometern rund um Mainz. Marlo und seine Eltern hoffen, dass sie weitermachen können. Wenn nicht, würden sie bei ihnen und vielen anderen Familien eine große Lücke hinterlassen.









