Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Bauwirtschaft will heimische Rohstoffe nutzen

Nov. 5, 2025

Der Kurs der Bundesregierung in Sachen Bauen ist – den Turbo zu zünden. Und wenn dann endlich mal mehr gebaut wird, dann braucht es auch mehr Rohstoffe, damit Beton oder Asphalt überhaupt erst hergestellt werden können. Und diese Rohstoffe sollten im besten Falle aus der Region kommen.
Um sie geht es – mineralische Rohstoffe wie Sand, Kies, Naturstein und Ton. Sie alle sollten vorrangig vor Ort in Hessen gewonnen werden, so die Forderung der Wirtschafts- und Umweltverbände.

Thomas Reimann, Präsident Baugewerbeverband Hessen
„Wir müssen einfach sehen, dass wir weite Wege mit viel C02-Austoß, mit viel LKW-Bewegungen vermeiden können, wenn wir unmittelbar in unserem Bundesland, unmittelbar in der Nähe der Baustelle Rohstoffe gewinnen, abbauen können. Denn eines haben wir in Hessen, Sand und Kies.“

Und auch der wirtschaftliche Faktor sei immens. Laut Reimann sind in Hessen die Baukosten für Wohngebäude seit 2021 um 37 Prozent gestiegen, im Straßenbau sogar um 42 Prozent. Und auch wenn sich die Vereiningung der hessischen Unternehmerverbände mit dem bisherigen Kurs der Landesregierung zufrieden zeigt, warte man noch auf die angekündigten Reformen des Bundes.

Thomas Reimann, VhU-Vizepräsident
„Ausgerufen wurde er ja als der Herbst der Reformen. Diese Reformen greifen noch nicht. Von daher können wir noch nicht so günstig bauen und leisten, wie wir das eigentlich tun könnten. Denn bauen geht deutlich günstiger. Mit weniger Vorschriften, mit weniger Auflagen, mit schnelleren Genehmigungsprozessen. Das würde der Gesellschaft insgesamt in vielen Bereichen, bei Straßen, Brücken und der Schiene, aber auch beim Wohnraum sehr hilfreich sein.“

Auch der Naturschutzbund Hessen erkennt an: Der Ausbau von Schiene und Wohnraum ist notwendig. Und sieht im heimischen Rohstoffausbau daher auch große Chancen für den Naturschutz.

Maik Sommerhage, Landesvorsitzender NABU Hessen
„Es gibt ganz spezielle Arten wie die Kreuzkröte oder die Geburtshelferkröte, die Gelbbauchunke oder die Wechselkröte. Das sind Arten, die hochgradig bedroht sind. Und die gibt es praktisch nur noch in Abbaugebieten, weil sie von den Bodenbewegungen hier profitieren.“

Neue Abbau-Standorte müssten sorgfältig ausgewählt und von Ausgleichmaßnahmen begleitet werden. Denn Ziel sei es, bei jeder Art von Baumaßnahmen, auch immer wieder neue Lebensräume zu schaffen. Das Miteinander von Umweltschutz und Wirtschaftsinteressen – bei einer Stärkung der heimischen Rohstoffgewinnung, wird sie in Zukunft immer wichtiger.