Busfahrer-Projekt in Mainz
Kahder Mothana fährt vom Betriebshof. Vor fünf Jahren kommt er als Flüchtling nach Deutschland, macht erst eine Ausbildung als Heizungselektriker, findet danach aber keine Anstellung. Jetzt arbeitet der 30-jährige Syrer als Busfahrer für die Mainzer Verkehrsgesellschaft.
Kahder Mothana, Projektteilnehmer „Momentum Mobilität“:
„Nach langer Zeit habe ich überlegt, ob es passt zu mir oder nicht. Ich finde, es ist ein sicherer Job für die Zukunft. Ich finde der Job macht Sinn im Leben also für die Gesellschaft. Man bringt die Leute zu ihrem Ziel. Man ist immer unterwegs und das mache ich gerne.“
Den Job bekommt er durch das Landesprojekt „Momentum Mobilität“. Das Jobcenter Mainz und die Verkehrsgesellschaft finanziert Arbeitssuchenden die Ausbildung – sowohl Führerschein als auch Sprachkurse. Aus Sicht der Mainzer Verkehrsgesellschaft ist das Projekt ein voller Erfolg. Deshalb wird das Programm fortgeführt.
Florian Wiesemann, Geschäftsführer Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH
„Weil wir heute an Morgen denken wollen und müssen, damit wir gar nicht mehr in die Situation kommen, dass Busse und Straßenbahnen ausfallen. Dafür nutzen wir jetzt eben die Gelegenheit hervorragende Kollegen auszubilden aber auch an uns zu binden. Weshalb wir sehr gerne bereit sind, vor allem auch in der momentanen Phase, in der die Situation etwas komfortabler erscheint, eben da konsequent weiterzuarbeiten.“
Seit Herbst 2022 hat die Verkehrsgesellschaft 43 neue Busfahrer durch das Projekt hinzubekommen. Die Kosten für den neuen Jahrgang belaufen sich laut rheinland-pfälzischem Arbeitsministerium auf rund 130.000 Euro. Das Land übernimmt etwas mehr als die Hälfte. Arbeitsministerin Dörte Schall sieht „Momentum Mobilität“ als Vorzeigeprojekt gegen den Fachkräftemangel und für Integration.
Dörte Schall (SPD), Arbeits- und Sozialministerin Rheinland-Pfalz:
„Ich glaube, es ist immer gut für andere Verkehrsbetriebe, aber auch für andere Branchen zu gucken, was funktioniert, und hier haben wir ein Projekt, was funktioniert. Dann muss man sich auch nicht was Neues ausdenken, sondern man kann sich einfach dranhängen und sagen: Was die Mainzer können, können andere auch. Die Mainzer sind vorangegangen und das ist einfach ein Vorbild.“
Die Mehrheit der Projektteilnehmer hat einen Migrationshintergrund. Viele von ihnen hatten Schwierigkeiten einen Job zu finden. Kahder Mothana ist dankbar für die Chance und hofft, beruflich in eine sichere Zukunft zu steuern.









