Hessische Bauwirtschaft in schwieriger Lage
Vor allem in Großstädten wie Frankfurt ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum schon seit Jahren eines der bestimmenden Themen. Denn nach wie vor zieht es viele Menschen vom Land in die Metropolen – die Folgen für den Wohnungsmarkt sind verheerend. Für Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori steht fest: Das muss sich ändern. Und zwar so schnell wie möglich.
Kaweh Mansoori (SPD), Wirtschaftsminister Hessen
„Bezahlbares Wohnen ist die soziale Frage. Und für immer mehr Unternehmen auch die entscheidende Frage, um Arbeits- und Fachkräfte zu finden. Weil – was nutzt es denn, wenn gute Löhne in der Region gezahlt werden, aber die Hälfte der Einkünfte durch Wohnen aufgefressen wird.“
Höchstens ein Drittel des Einkommens für die Miete – so das ehrgeizige Ziel der Landesregierung. Doch das ließe sich nur verwirklichen, wenn wieder mehr gebaut werde: In Hessen hat der Wirtschaftsminister deshalb gemeinsam mit Experten aus der Bau- und Wohnungsbranche vor kurzem ein Baupaket auf den Weg gebracht – ein weiteres soll bald folgen. Dabei geht es vor allem um weniger Bürokratie und weniger Vorschriften.
Kaweh Mansoori (SPD), Wirtschaftsminister Hessen
„Um- und Ausbaumaßnahmen beispielsweise im Dachgeschoss werden einfacher in Zukunft. Grundstücke können besser bebaut werden. Wir werden auch auf überflüssige Tiefgaragenstellplätze verzichten. All das trägt ja dazu bei, dass die Kosten nach unten gehen. Dass man besser mit den begrenzten Grundstücken umgeht.“
Ein Konzept, das auch die Baubranche überzeugt.
Thomas Reimann, Präsident Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen
„Das Baupaket 1 ist in Rekordzeit verabschiedet worden. Das war ein ganz wichtiges Signal in die Branche hinein, dass man etwas machen möchte. Wir sind bei den Machern in Hessen, die sich zu einem Leuchtturmprojekt in dem Bundesland entwickeln können und Signalkraft haben in die gesamte Republik. In Berlin hakt’s!“
Denn in manchen Punkten sind dem hessischen Gesetzgeber die Hände gebunden – etwa bei den bundesweit gültigen DIN-Vorschriften zum Schallschutz oder zu Wand- und Deckenstärken. Hier müsse sich das Bundesbauministerium endlich bewegen – ansonsten bleibe bezahlbarer Wohnraum für alle wohl noch lange ein unerfüllter Traum.









