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Neugebautes Studentenwohnheim steht leer

Sep. 5, 2025

In Deutschland fehlen mehr als eine halbe Millionen Wohnungen. Besonders groß ist die Not zum Beispiel für Studenten. In Gießen sollte Abhilfe durch ein neues Studentenwohnheim geschaffen werden. Doch auch zwei Jahre nach dem eigentlichen Termin der Fertigstellung kann dort noch immer niemand wohnen.
„Wir realisieren Träume“, steht am Bauzaun vor dem „Westside“ Wohnheim in Gießen. Moderne Wohnungen für 351 Studenten. Energieeffizient und behindertengerecht wollte das Studierendenwerk bauen. Doch aus dem Vorhaben ist längst ein Albtraum geworden, denn zwei Jahre nach der eigentlichen Fertigstellung versperrt immer noch ein Zaun den Weg zum Gebäude.

Gabriel Abdi, Allgemeiner Studierendenausschuss Justus-Liebig-Universität Gießen:
„Es lag anscheinend ein Fehler im sanitären Bereich vor. Es wurde uns so beschrieben: es geht darum, dass die Bäder in allen Zimmern hier undicht sind. Und die Reparatur ist anscheinend gar nicht so einfach. Man hat festgestellt, dass die gesamte Gebäudehülle weggerissen werden muss, um diesen Schaden zu beheben.“

31 Millionen Euro hat das Wohnheim bislang gekostet, mehr als 16 Millionen Euro davon sind Fördergelder vom Land. Die Reparatur wird wohl noch viele weitere Millionen  verschlingen. Wer die bezahlen wird, ist bislang noch nicht klar. Genauso wenig, wer für die Mängel am Bau die Verantwortung übernimmt. Weder das Studierendenwerk noch der Bauträger wollten sich auf Anfrage dazu äußern. Eigentlich hätte der Neubau die Wohnheimkapazitäten in Gießen um mehr als 10 Prozent erhöhen sollen. Doch Studierende müssen sich weiterhin auf dem privaten Wohnungsmarkt umschauen, denn auch wann die Reparaturen abgeschlossen sein werden, ist unbekannt.

Gabriel Abdi, Allgemeiner Studierendenausschuss Justus-Liebig-Universität Gießen
„Auf dem privaten Wohnungsmarkt sind die Wohnungen sehr teuer und auch da ist es schwierig irgendetwas Vernünftiges zu bekommen. Auch was die Wohnheime angeht, ist es nicht so einfach. Man setzt sich normalerweise auf eine Warteliste und wartet, bis man den Platz bekommt, den man am liebsten hätte. Bei manchen dauert das sechs Monate, bei anderen dauert das über ein Jahr.“

An diesen Wartezeiten wird sich also erst mal nichts ändern. Außerdem sind die Studierenden besorgt, dass die zusätzlichen Baukosten über den Semesterbeitrag auf sie umgelegt werden könnten. Das wäre dann für viele der nächste Albtraum, selbst für die, die bereits eine Wohnung ergattern konnten.