Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Café soll bei der Integration helfen

Sep. 5, 2025

Inklusion in der Mitte der Gesellschaft – das ist das Ziel eines neuen Cafés in Oberursel im Taunus. Menschen mit und ohne Behinderung – hier arbeiten sie Hand in Hand und bewirten die Gäste. Wir haben uns mal angesehen, wie der Betrieb so läuft und was die Gäste sagen.
Bennet Breiter behält seine Gäste stets im Blick. Schließlich sollen die sich hier richtig wohl fühlen. Am Tisch erkundigt er sich, ob alles in Ordnung ist.

„Alles super gewesen. – War sehr, sehr lecker.“ – „Das freut uns zu hören. Und schön, dass Sie da sind.“

Weiter geht’s, einen anderen Tisch eindecken.  Nach Jahren in der Werkstatt erfreut sich der 25-jährige Oberurseler an neuen Aufgaben. Seit Anfang der Woche arbeitet er hier im Café.

Bennet Breiter, Mitarbeiter „coffee, brownies & downies“
„Sehr schön. Sehr nette Kollegen und so. Schönes Feeling. Ab und zu bisschen Stress und so was, was ich in der Werkstatt nicht so hatte.“

Damit es rund läuft, auch wenn’s mal stressig wird, wurden viele Dinge hier vereinfacht. So gibt es guten Kaffee aus der Maschine, für die man kein Barista sein muss. Bestellt und bezahlt wird vorzugsweise am Tisch per  QR-Code, das geht aber auch am Tresen. Die Speisekarte ist einfach und überschaubar, so dass alle hier die Gerichte frisch zubereiten können. So wie Torsten, der bereits Gastro-Erfahrung mitbringt.

Torsten Hoch, Cafe-Mitarbeiter
„Wenn ich jeden Morgen aufstehe, bin ich froh, dass ich hierher komme. Weil, ich war etwa sechs Jahre erst mal ohne Job.“

Menschen mit Behinderung auf Augenhöhe beschäftigen – genau das wollen die Unternehmer Max Luscher und Roland Braza. Mindestlohn, Trinkgeld, flexible Arbeits- und Pausenzeiten gibt’s hier für alle. Rund eine halbe Million Euro haben die beiden, die selbst ein schwerbehindertes Kind in der Familie haben, in ihr Herzensprojekt investiert – und sehen sich damit als Vorreiter.

Max Luscher, Gründer und Inhaber „coffee, brownies & downies“
„Wir wollen einfach einen funktionierenden Betrieb haben, der auch profitabel ist. Muss man sich ja überlegen: Bloß, weil Menschen schwerbehindert sind, heißt das ja nicht, dass sie in einem Zuschussgeschäft arbeiten wollen, das staatlich immer getragen werden muss. Wir wollen erreichen, dass man vielleicht von unserem Konzept lernt – der Bäcker, der Metzger, der Blumenladen. Inklusion im Herzen der Gesellschaft.“

Weitere Standorte sind bereits im Gespräch. Hier in Oberursel finden insgesamt 120 Gäste Platz. Und wie kommt das neue Angebot an?

Bahar Uzun
„Mir gefällt das Konzept, einfach auch die Unterstützung. Die bekommen ja auch den fairen Lohn bezahlt und das finde ich gut.“
Sebastian Schnautz
„Man hat jetzt nicht so den direkten Service, also man bestellt online, was ich aber völlig okay finde. Aber trotzdem sind die hier sehr wachsam, sehr bemüht.“
Karin Diegelmann
„Und außerdem, der Kaffee schmeckt auch ganz gut hier. Kann man auch genießen.“

Rund 20 Mitarbeiter, davon elf mit Behinderung, wollen die Gäste auch künftig überzeugen: von ihrem inklusiven Café. Das – so der Traum der Betreiber – das erste von bald 100 in ganz Deutschland sein soll.