Busse fahren mit altem Fett
Sie sehen aus wie ganz normale Stadtbusse. Und das sind sie auch. Sie fahren mit Verbrennungsmotor und stoßen trotzdem fast kein CO2 aus. Denn die Bad Kreuznacher Busse haben kein Diesel im Tank, sondern altes Frittenfett. Genauer gesagt: HVO100.
Wolfgang Hackauf, Leiter Flotte
„Die Vorteile sind, dass man ein Speiseöl, ein Speisefett, ein Tierfett so aufbereitet mit Wasserstoff und Erwärmung, dass daraus ein Kraftstoff wird. Dieser Kraftstoff ist hydriertes Pflanzenöl und wir nutzen dann dieses Pflanzenöl und befeuern unsere Motoren. Dadurch haben wir 90 Prozent weniger CO2-Ausstoß.“
Vor knapp einem Jahr ist die Kommunalverkehr Rhein-Nahe -kurz KRN- auf HVO100 umgestiegen. Seitdem hat das Unternehmen circa 2.000 Tonnen CO2 eingespart. Alle 55 Fahrzeuge fahren mittlerweile mit der umweltfreundlichen Diesel-Alternative. Der Umstieg lief unkompliziert.
Uwe Hiltmann, Geschäftsführer KRN
„Wir haben jetzt einen Sprit HVO, der ist wesentlich klarer, der ist ein bisschen heller, der verbrennt auch irgendwie sauberer. Aber vom Handling her ist es genau das gleiche ob sie Diesel tanken oder HVO. Und das ist der große Vorteil an HVO, dass du im Prinzip – was heißt im Prinzip – du brauchst keine technischen Umstellungen oder Kosten am Fahrzeug.“
Die KRN bezieht das HVO100 aus Finnland. Eine Zulassung für den Kraftstoff gibt es in Deutschland erst seit dem vergangenen Jahr. In Bad Kreuznach übernimmt man eine Vorreiterrolle. Weitere Busunternehmen wollen in Zukunft ebenfalls auf das aufbereitete Speiseöl umsteigen. Doch nicht für jeden kommt das in Frage.
Wolfgang Hackauf, Leiter Flotte
„Es ist der höhere Preis, es ist die Verfügbarkeit am Markt die nicht so gegeben ist und so einfach ist. Und warum benutze ich es nicht. Viele Leute warten ab. Viele Leute wollen im Grunde genommen keine Veränderung.“
Denn Veränderungen im Betriebsablauf sind oft mit hohen Kosten verbunden. In Bad Kreuznach hat man für die Umstellung eine alte Dieseltankstelle auf dem Betriebshof reaktiviert. Hier lagern jetzt 200.000 Liter des neuen Treibstoffs. Die Verfügbarkeit der Dieselalternative ist wegen den vergleichsweise hohen Herstellungskosten noch begrenzt. Der Landkreis hat in der Region mehrere Sammelstellen eingerichtet. Hier können Bürger altes Speiseöl einwerfen, damit das zu HVO100 veredelt wird und dann wiederum im Tank der Bad Kreuznacher Stadtbusse landet.









