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Verwaltungsgericht verhandelt über geplantes Logistikzentrum in Bitburg

Aug. 27, 2025

350 Millionen Euro – so viel will der britische Sportartikelhändler Frasers in der Eifel investieren. Auf dem Flugplatzgelände in Bitburg soll das europäische Hauptquartier mit einem riesigen Logistikzentrum entstehen. Doch die Pläne liegen seit Jahren auf Eis. Umweltschützer wehren sich juristisch gegen den Bau. Ihre Klage, die in erster Instanz scheiterte, ging heute am Oberverwaltungsgericht Koblenz in die nächste Runde.
Hier am ehemaligen NATO-Flugplatz Bitburg, bis Mitte der 90er von den US-Amerikanern genutzt, verspricht sich die Frasers Group wirtschaftliche Höhenflüge. Von 800 neuen Arbeitsplätzen ist die Rede. Für das geplante Verteilzentrum müssten 38 Hektar geschützter Magerwiesen versiegelt werden. Genau das hatte die zuständige Behörde den Briten erlaubt. Dagegen reichte der Bund für Umwelt- und Naturschutz, kurz BUND, Klage ein – die das Verwaltungsgericht Trier vor anderthalb Jahren zurückweist. Doch der BUND geht in Berufung. Die Wiesen seien wichtiger Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten, der so kaum noch vorkomme.

Sabine Yacoub, Landesvorsitzende BUND Rheinland-Pfalz
„Es geht darum, dass wir hier eine Fläche haben, die sehr groß und zusammenhängend ist und sich über fast 100 Jahre entwickelt hat. Da ist ein Bodenleben, das sich entwickelt hat. Es gibt Pilze und Flechten, die erst nach vielen Jahrzehnten überhaupt kommen. Und das kann ich durch andere Flächen nicht mal eben so in wenigen Jahren ersetzen.“

Für Ersatz sollen 63 Hektar neu angelegte Wiesen sorgen. Zu zerstückelt, zu weit entfernt, gerade für bedrohte Vögel wie den Raubwürger, kritisiert der BUND. Es sei im vorgeschriebenen Rahmen, entgegnet die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, die für das Bauvorhaben grünes Licht gegeben hat. Weiterer Streitpunkt ist heute die Frage nach dem überwiegenden öffentlichen Interesse. Unter anderem damit hatte das Verwaltungsgericht Trier seine Abweisung der Klage begründet. Und auch für Landrat Andreas Kruppert der entscheidende Punkt. Die strukturschwache Eifel erhalte durch Frasers, Jahresumsatz rund 6,5 Milliarden Euro, einen ordentlichen Schub.

Andreas Kruppert (CDU), Landrat Eifelkreis Bitburg-Prüm
„Wir haben ein weltweit agierendes Unternehmen, das seine Europazentrale zu uns in den Eifelkreis legen will. Das wäre natürlich für die Stadt Bitburg, für den Eifelkreis, aber ich glaube für die gesamte Region ein riesiger Meilenstein und auch für die wirtschaftliche Entwicklung einfach unglaublich, wenn man sieht, über welche Größenordnung wir sprechen. Auch, wenn wir über das Investitionsvolumen und die Schaffung von Arbeitsplätzen dann auch sprechen.“

Eine vergleichbare Unternehmensansiedlung habe es in der Region seit Jahrzehnten nicht gegeben. Auch die Pläne für bis zu 1000 neue Wohnungen in Bitburg hingen von der Entwicklung am Flugplatz ab. In zwei Wochen will das Oberverwaltungsgericht Koblenz sein Urteil fällen.  Ob damit Gras über die Sache wächst oder die Hängepartie um den Bitburger Flugplatz weitergeht – da will sich heute niemand festlegen.