Bildungsminister Schwarz gibt Ausblick auf das neue Schuljahr
Mathematik, Deutsch, Englisch. Ab Montag drücken über 800.000 hessische Schüler wieder die Schulbank. Doch dann sollen sie nicht nur den üblichen Stoff lernen, sondern noch viel mehr. Bildungsminister Armin Schwarz möchte, dass Lehrer Werte– und Demokratiebildung fächerübergreifend vermitteln. Denn Demokratie sei in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr.
Armin Schwarz (CDU), Bildungsminister Hessen
„Das hängt zum einen mit Weltereignissen zusammen, zum anderen aber auch mit dem stätigen Einfluss durch soziale Medien durch – in Teilen – Fake News. All das trägt zur Verunsicherung, zur Desorientierung bei. Und wir brauchen stabile, wir brauchen starke und wir brauchen resiliente Schülerinnen und Schüler, die genau wissen was richtig und was falsch ist.“
Eine neue Lernplattform des Bildungsministeriums soll die Lehrer bei dieser Aufgabe unterstützen. Und auch die Schüler können auf der WERTvoll-Plattform digitale Angebote nutzen. Allerdings während des Unterrichts nicht auf ihrem Smartphone. Denn das müssen die Schüler von diesem Schuljahr an vor dem Beginn der Stunde abgeben. Nur in Ausnahmen dürfen sie es benutzen.
Armin Schwarz (CDU), Bildungsminister Hessen
„Es ist von der Arbeitsweise her sehr, sehr einfach. Einfache Regeln. Die Dinge werden nur genutzt, wenn sie einen sinnvollen Beitrag zum Unterricht bringen. Es geht dort um Verantwortung. Die Jugendlichen und die Kinder sollen sich konzentrieren und nicht abgelenkt werden.“
Auch Tablets und Smartwatches sind auf dem Schulgelände grundsätzlich nicht erlaubt. Ein Verbot, das laut Opposition über das Ziel hinausschießt. Sie bezeichnet die schwarz-rote Bildungspolitik als Totalausfall.
Daniel May (Bündnis 90 / Die Grünen), Abgeordneter Landtag Hessen
„Ein Handyverbot ist eben keine Bildungspolitik. Ein Handyverbot ist keine Medienbildung. Wir brauchen nicht nur eine Debatte darüber, ob Handys in Schülerinnen- und Schülerhänden richtig sind, sondern wir brauchen Medienbildung. Das heißt: Wir müssen das Fach Digitale Welt ausbauen. Wir müssen dafür sorgen, dass Unterricht digitaler wird. All das wäre nötig. Aber auch an dieser Stelle liefert der Minister nichts.“
Die Grünen kritisieren außerdem, dass es kein Konzept gäbe, um dem Lehrermangel entgegenzuwirken. Laut Lehrergewerkschaft GEW sind im kommenden Schuljahr knapp 10.000 Stellen nicht besetzt. Wie viele Stellen tatsächlich offen sind, will Bildungsminister Schwarz heute nicht sagen. Aber es gäbe in Hessen im kommenden Schuljahr so viele Lehrkräfte wie noch nie: Knapp 67.000. Ein regulärer Unterricht sei gewährleistet. Und einem erfolgreichen Schulstart stünde nichts im Wege.









