Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Uhus sorgen für Freude im Hospiz

Aug. 13, 2025

Dass die Begegnung mit Tieren für kranke Menschen eine heilende Wirkung haben kann, ist bekannt. Von Therapiehunden kennt man das. Aber haben Sie schon einmal von einer Therapie-Eule gehört? Falkner Achim Häfner aus dem Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz besucht mit seinen Greifvögeln regelmäßig Altenheime und Hospize.
Leni kann ihre Tränen kaum zurück halten. Ein ganz besonderer Moment für sie. Sie lebt im Hospiz Haus Magdalena in Pirmasens. Falkner Achim Häfner ist heute mit seinen Greifvögeln zu Besuch.

„Mephisto ist eine Weißgesichtseule.“

Seit mittlerweile 20 Jahren macht er palliative Begleitung mit seinen Vögeln. Es sind die einzigen Therapieeulen in Deutschland. Mephisto darf es sich jetzt auf dem Schoß von Käthe bequem machen.

„Ich setze dir den dahin und dann kannst du den so ganz zart streicheln. Genau.“
„Wenn der weg fliegen will, hältst du dich fest, der bringt dich wieder. Da lacht sie, gell, da lacht sie.“

Die Vögel haben eine beruhigende Wirkung. Und sie spüren, wenn jemand krank ist, ist der Falkner überzeugt.

Achim Häfner, Falkner
„Es ist immer wieder fantastisch. Weil man denkt immer, die können nicht mehr, die wollen nicht mehr, aber wenn dann die Eule kommt, dann merkst du das, dann siehst du das Strahlen in den Augen.“

Zuhause in Gaugrehweiler im Donnersbergkreis hält Achim Häfner 24 Greifvögel. Vom Bartkauz, über den Waldkauz bis zum Steinadler. Vom Kükenalter an hat er die Tiere an Menschenkontakt gewöhnt. Die Faszination:

Achim Häfner, Falkner
„Das unnahbare. Wann hast die Möglichkeit, einer Eule so nah zu sein? Nie. Du kannst Alpakas, Eselwanderungen, du kannst ja Giraffen streicheln, Nashörner, aber du kannst nicht mit einem Greifvogel fliegen. Das funktioniert nicht.“

Mit Uhu Maga ist das Verhältnis besonders eng. Auch bei seinen Hospizbesuchen kommt Maga sehr gut an.

„Hallo Maga.“

Einem so großen Vogel so nah sein.

„Schön, oder? – Herrlich. – Guck, du kannst auch mal an die Kralle fassen. Das ist die Fangklaue, die ist scharf.“
Simone Jennewein, Hospizleiterin
„Einfach mal ihre Sorgen, ihre Ängste, ihre Schmerzen für einen Moment vergessen und das war sehr schön mit vielen Tränen und vielen leuchtenden Augen und das erfüllt uns Mitarbeitenden hier im Hospiz, weil wir ja immer sagen im Hospiz wird nicht nur gestorben, sondern bei uns wird noch ganz viel gelacht, gelebt und miteinander erlebt.“

Auch die 88-jährige Käthe ist ganz hin und weg von Uhu Maga.

„Schön, gell. – Ja, sowas Zartes. – Das mögen die haben, wenn man sie so streichelt. – Ja, das mögen die.“

Einmal besuchte Achim Häfner  mit seiner Schleiereule eine Dame, die  ein großer Fan der Tiere war. Ihre Worte wird er nicht so schnell vergessen.

Achim Häfner,  Falkner
„’Ich bin 103 Jahre, Sie haben mir den größten Wunsch erfüllt, jetzt kann ich gehen.‘ Drei Tage später rief mich die Einrichtungsleitung an und sagt, die Frau ist verstorben mit einem Lächeln im Gesicht.“

Es sind Erlebnisse wie diese, die den Falkner zu seiner ehrenamtlichen Arbeit antreiben. Auch heute haben seine Tiere wieder für einen Moment des Glücks in schweren Zeiten gesorgt.