Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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So viele Datenschutzbeschwerden wie noch nie

Mai 20, 2025

Auch wenn wir es nicht immer mitbekommen – nahezu immer und überall werden Daten über uns gesammelt. Gefährlich wird’s dann, wenn diese Daten in die falschen Hände geraten. Deshalb gibt es auch in Hessen den Landesbeauftragten für Datenschutz. Und der sagt im heute veröffentlichten Jahresbericht: Im vergangenen Jahr gab es in Hessen mehr Beschwerden, als je zuvor.
Egal ob Virtual-Reality-Brille oder smarter Staubsauger – immer mehr Alltagsgeräte sammeln und speichern Daten. So ist die Zahl der gemeldeten Datenschutzverletzungen 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 11%, auf 2.141 Fälle angestiegen. Allein die Bearbeitung dieser Fälle ist so zeitaufwändig, dass andere Bereich zu kurz kommen.

Alexander Roßnagel, Datenschutzbeauftragter Hessen
„Wir würden gerne auch systematische Überprüfungen durchführen. Dass wir in einem bestimmten Verwaltungsbereich oder in einem bestimmten Wirtschaftsbereich prüfen, wie gut Datenschutz dort umgesetzt ist.“

Zudem würde der Datenschutzbeauftragte gern viel mehr Beratungen anbieten, damit Unternehmen und Behörden ihre Unsicherheiten im Bereich Datenschutz verlieren. Besonderen Nachholbedarf in Sachen Datenschutz gibt es laut Roßnagel aber vor allem bei der Präventivarbeit an Schulen.

Alexander Roßnagel, Datenschutzbeauftragter Hessen
„Da muss man unbedingt nachbessern, dass man dort versucht kindgerecht darauf aufmerksam zu machen, dass auch bei der Datenverarbeitung Rücksichtnahme auf andere Menschen notwendig ist.“

Die Anzahl von Beratungsanfragen sei spürbar angestiegen. Deutliche Kritik übt der hessische Datenschutzbeauftrage daher an der Absicht der neuen Bundesregierung, den Datenschutz der Länder auf Bundesebene zu bündeln.

Alexander Roßnagel, Datenschutzbeauftragter Hessen
„Es ist zum Nachteil hessischer Unternehmen, wenn die Aufsicht zentralisiert wird und nicht mehr in der Nähe des Geschehens stattfindet. Diese Beschwerdebearbeitung ist hochindividuell und kann nicht einfach, so nach dem gleichen Muster immer wieder abgearbeitet werden.“

Roßnagel schätzt, dass dafür zudem bei der Datenschutzbeauftragten in Berlin bis zu 500 neue Stellen geschaffen werden müssten. Es zeigt sich also – in einer immer digitaleren Welt ist und bleibt der Schutz unserer Daten eine Herausforderung