Unmut in Fulda: Streik im Öffentlichen Dienst
Arbeitskampf auf der Straße. Über 500 Mitarbeiter aus dem öffentlichen Dienst sorgen mit Trommeln, Pfeifen und Ratschen heute in Fulda für ordentlich Lärm.
Beate Paschen, Rentnerin: „Es müssen flexiblere Arbeitszeitmodelle geschaffen werden. Wir haben ja insgesamt einen Dreischichtbetrieb im Krankenhaus. Und das 365 Tage im Jahr. Und das muss entsprechend entlohnt werden. Die Familien leiden sehr darunter.“
Simon Weber, Verwaltungsfachangestellter: „Viel Stress, es kommt immer mehr Arbeit auf uns zu und keiner weiß mehr, wie wir es bewältigen sollen.“
Marion Sauer, Erzieherin: „Ich möchte, dass weniger Kinder in einer Gruppe sind, dass die Kinder mehr Möglichkeiten haben zum Spielen. Mehr Platz haben. 25 Kinder in einer Gruppe sind einfach zu viel.“
Sie fordern vom Bund und den Kommunen acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber 350 Euro. Dazu drei zusätzliche freie Tage. Da nach der zweiten Verhandlungsrunde noch keine Einigung in Sicht ist, ruft der Deutsche Beamtenbund seine Mitglieder heute zum Streik auf.
Heini Schmitt, Landesvorsitzender dbb Hessen: „Die haben große Probleme mittlerweile die gestiegenen Lebenshaltungskosten überhaupt noch bestreiten zu können. Im Ballungsraum sich eine Wohnung unterhalten zu können. Das ist das Eine. Wir haben längst keine Leistungsgerechte Bezahlung mehr. Und das andere ist, dass wir schon jetzt große Lücken in der Personalausstattung haben. Es fehlen uns bundesweit annähernd 600.000 Beschäftigte.“
Deswegen möchte der dbb auch, dass Auszubildende 200 Euro mehr verdienen. Sie sollen außerdem unbefristet übernommen werden. Forderungen die viel zu überzogen sind, sagen die Arbeitgeber. Dazu seien Bund und Kommunen zu knapp bei Kasse. Die Verhandlungen stocken.
Heini Schmitt, Landesvorsitzender dbb Hessen: Es ist relativ ungewöhnlich, dass wir im Grunde, wenn wir auf die dritte Verhandlungsrunde zumarschieren, dass wir im Grunde noch nicht mal gewisse Eckdaten formuliert haben und dass am Verhandlungstisch außer einer in Aussicht gestellten langen Laufzeit von 36 Monaten überhaupt keine selbst Detailfragen angesprochen worden sind. Also das ist eine Ausnahmesituation. Insofern ist für uns klar, wir müssen deutlich stärker Druck aufbauen.
Heißt: Die Bürger in Hessen und auch Rheinland-Pfalz müssen sich in den kommenden zwei Wochen auf weitere Streiks gefasst machen. Dann verhandeln Gewerkschaften und Arbeitgeber erneut.









