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Kämpfen um den Einzug: Mit der Linken im Bundestagswahlkampf

Feb. 7, 2025

Totgesagte leben länger. Nachdem die Links-Partei noch vor wenigen Monaten in den Umfragen bei gerade einmal zwei bis drei Prozent verharrte, steht DIE LINKE nun plötzlich wieder bei 5 bis 6 Prozent – der Wiedereinzug in den Bundestag scheint noch möglich.
So umstritten die Politik der LINKEN auch sein mag – eines muss man der Partei lassen: Sie bleibt sich selbst treu. Seit Jahrzehnten setzt sich die Linkspartei vor allem für diejenigen ein, die wenig bis gar nichts haben. Oder für Menschen, die trotz Arbeit mit ihrem Gehalt kaum über die Runden kommen und fürchten, ihre Miete bald nicht mehr zahlen zu können. Für die hessische Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, die ehemalige Parteivorsitzende Janine Wissler, ein unhaltbarer Zustand – denn Geld sei in Deutschland eigentlich genug da.

Janine Wissler (DIE LINKE), Spitzenkandidatin Hessen
„Es gibt sehr viel Reichtum in dieser Gesellschaft. Den wollen wir umverteilen. Wir wollen soziale Gerechtigkeit durchsetzen.“

Zurzeit mache es wieder richtig Spaß, linke Politik zu machen, sagt die Spitzenkandidatin: Auch, weil sich das Problem Sarah Wagenknecht durch die Abspaltung des BSW nun endlich in Luft aufgelöst habe.

Janine Wissler (DIE LINKE), Spitzenkandidatin Hessen
„Die Auseinandersetzungen der letzten Jahre haben einfach die ganze Partei gelähmt. Und seit dieser Trennung, so ist mein Eindruck, ist wirklich die Stimmung in der Partei völlig verändert. Also wir haben seit dieser Trennung jetzt, glaube ich, 25.000 Mitglieder neu gewonnen – oder Mitglieder, die wieder eingetreten sind.“

DIE LINKE: Auferstanden aus Ruinen – oder ist der derzeitige Aufschwung doch nur sowas wie ein kurzes Strohfeuer? Als einen Grund für ihren Erfolg sieht DIE LINKE ihre Alleinstellungsmerkmale. Etwa in der Flüchtlingsfrage. Als einzige im Bundestag vertretene Partei setzt sich DIE LINKE nach wie vor für eine Politik der offenen Grenzen ein.

Janine Wissler (DIE LINKE), Spitzenkandidatin Hessen
„Die Debatten, die wir im Moment führen, die lösen kein Problem. Friedrich Merz fordert: Ausreisepflichtige müssen inhaftiert werden, und er will mehr Haftplätze schaffen. Und wir wollen mehr Wohnungen bauen und nicht Haftplätze. Wir wollen Menschen eine Perspektive geben und nicht uns abschotten.“

Dazu müssten natürlich auch die Kommunen finanziell besser versorgt werden. Mögliche Einnahmequellen: Eine Vermögenssteuer und eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 75 Prozent.

Janine Wissler (DIE LINKE), Spitzenkandidatin Hessen
„Wenn sich da jetzt Menschen sorgen machen: Die erste Million darf jeder behalten. Das zeigt ja schon, dass davon sehr wenige Menschen betroffen sind. Weil – wer besitzt schon eine Million oder deutlich mehr. Also wir wollen nicht an die Leute ran, die ein Einfamilienhäuschen haben oder zwei Eigentumswohnungen.“

Die zweite Eigentumswohnung sollte allerdings nicht länger als ein Jahr leer stehen – sonst droht DIE LINKE mit einer Beschlagnahmung. Dass dadurch der private Wohnungsbau einbrechen könnte, macht der Linken keine Sorgen.