Start der Wahlplakatierung
Heute Vormittag werden am Mainufer die Plakate ausgepackt, trotz Sonne bei eisigen –2 Grad. Yannick Schwander plakatiert sich selbst, der 36-jährige Frankfurter kandidiert erstmals für den Bundestag. Sorgsam mit den ehrenamtlichen Helfern die Kabelbinder festzurren. Aber sind klassische Wahlplakaten in Zeiten von Social Media nicht längst aus der Mode?
Yannick Schwander (CDU), Bundestagskandidat
„Sie haben vor allem dann eine Wirkung, wenn man sich vielleicht schon mal kennengelernt hat. Wenn man mal an einem Infostand oder bei einer Veranstaltung miteinander gesprochen hat. Dann sagen die Leute: Ach, den kenne ich doch oder ‚da hab ich Sie schon mal gesehen‘. Von daher ist es wichtig, dass auch in den Straßen die Wahlplakate hängen.“
Über 10.000 Plakate wollen allein die Christdemokraten in der Mainmetropole aufhängen. Und die Zeit bis zur Wahl in knapp sechs Wochen rennt. Neben frierenden Fingern bringt ein Wahlkampf im eisigen Winter statt im Sommer aber noch weitere Hindernisse mit sich.
Thorsten Weber (CDU), Kreisgeschäftsführer Frankfurt
„Beim Haustürwahlkampf macht es die Sache auch nicht einfacher. Weil einfach der Lichtzeitraum, den wir haben, um unterwegs zu sein, deutlich eingeschränkt ist. Im Sommer kann man abends auch noch um 19 Uhr ein nettes Gespräch führen an der Haustür, das ist im Winter schon schwieriger.“
Ortswechsel nach Frankfurt-Sachsenhausen. Hier sind die Helfer der Grünen unterwegs. Statt aus dem Autokofferraum kommen bei ihnen die Plakate natürlich vom Fahrrad. Kanzlerkandidat Robert Habeck in der richtigen Höhe platzieren, der Fokus soll aber nicht nur auf ihm liegen.
Natalie Becker (Bündnis 90 / Die Grünen), Geschäftsführung Kreisverband Frankfurt
„Also wir haben hier in Frankfurt natürlich die Wahlplakate von unseren Direktkandidaten, von Omid Nouripour und Deborah Düring, wo wir viele aufgehängt haben. Dann haben wir Plakate von Robert Habeck und Annalena Baerbock.“
Neben den Kandidaten bilden klassische grüne Klima-Themen einen Schwerpunkt. Doch gerade deshalb werden die grünen Helfer oft auf die verbrauchten Papiermassen für die Plakate angesprochen. Fast 7.000 wollen sie in Frankfurt aufhängen, tut das nicht in der grünen Seele weh?
Manuel Denkwitz (Bündnis 90 / Die Grünen), Stadtverordneter Frankfurt
„Dann müssen wir den Menschen erklären, dass es durchaus einen Effekt hat, wenn wir nicht sichtbar sind. Dann hat man das Gefühl, als ob wir auch als Partei nicht an der Wahl interessiert wären. Deswegen müssen wir Plakate aufhängen.“
Der Noch-Regierungspartner in Berlin, die SPD, setzt derweil vor allem auf Bundeskanzler Olaf Scholz. Beim ehemaligen Ampel-Partner FDP sind es Wirtschaftsthemen. Bis zur Wahl am 23. Februar wird nicht nur die Mainmetropole wie immer einem Plakatwald gleichen.









