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Künstliche Intelligenz bei Merck

Dez. 6, 2024

Die Künstliche Intelligenz ist mittlerweile in fast allen Lebensbereichen angekommen. Auch in vielen Unternehmen hilft die KI, Prozesse zu optimieren – wie auch beim Darmstädter Chemie- und Pharma-Konzern Merck. Egal, ob es um die Forschung zu neuen Medikamenten oder um die Entwicklung neuer Materialien für Computerchips geht. Wir wollten das genauer wissen und waren dort.
Ein Halbleiter-Chip. So einen braucht man zum Beispiel für den Betrieb einer künstlichen Intelligenz. Entwickelt wurde er mithilfe von … Künstlicher Intelligenz. Der Chemiekonzern Merck spricht von „AI for AI“. AI steht für Artificial Intelligence, die englische Bezeichnung für KI. Mercks Anteil an der Chipproduktion ist die Entwicklung der dafür benötigten Materialien.

Immanuel Schweizer, Merck KGaA
„Wenn wir jetzt diese ganz neuen Chips anschauen, gerade die für künstliche Intelligenz, da sind sehr, sehr kleine Strukturen drauf, zum Teil 20.000 Mal kleiner als ein menschliches Haar. Und dafür brauchen wir eben neue Materialien, um diese Strukturen aufzubauen oder zu ätzen oder quasi diese ganz kleinen Strukturen wirklich auch herzustellen. Und das sind oft Formulierungen, wo man verschiedene… das ist ein bisschen wie bei einem Kochrezept, man muss verschiedene Zutaten zusammenbekommen und die AI hilft uns, zum einen diese Formulierungen zu optimieren, aber sie schlägt auch zum Teil neue Zutaten vor.“

Dank der künstlichen Intelligenz wird die Entwicklung schneller und dadurch günstiger und das Ergebnis besser.
Ähnlich sieht es in der Medikamentenherstellung aus. Einen passenden Wirkstoff für eine Krankheit zu finden, gleicht oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die künstliche Intelligenz kennt einen viel größeren Raum an Möglichkeiten als der Mensch im Labor. So kann die KI um ein vielfaches schneller und zielgenauer einen passenden Wirkstoff für das gewünschte Medikament finden.

Ashwini Ghogare, Merck KGaA
„Bei jeder Krankheit wollen wir entweder ein Protein blockieren oder aktivieren, eins von beidem. Es ist ein Schlüssel-Schloss-Prinzip. Wir kennen das Schloss, unser Protein, und wir wollen jetzt den richtigen Schlüssel finden, der in das Schloss passt. Wie bauen wir den? Es gibt Hunderte von Kombinationen, ihn zu designen. Und bei dieser Frage – wie sieht der bestmögliche Schlüssel aus für unser Schloss – kann die Künstliche Intelligenz uns helfen. Sie liefert uns die entsprechenden Ideen für die Zusammensetzung des Schlüssels.“

Die KI-Plattform wurde mit Daten aus 30 Jahren Pharmaforschung gefüttert. Ist das richtige Protein in der Theorie gefunden, ist die nächste Hürde: Wie stellt man es her? Den dafür nötigen chemischen Prozess zu entwickeln, kostet ebenfalls viel Zeit und Geld. Auch hierfür hat Merck eine KI-basierte Lösung. Sie kann die Effizienz des Prozesses um 66 Prozent steigern. Das Darmstädter Unternehmen hat die verschiedenen KI-Programme teilweise mitentwickelt. Und trägt mit seiner Halbleiter-Forschung gleichzeitig zu deren Weiterentwicklung bei.