Kita verbietet Tracker und Smartwatches
Die Kindertagesstätte im Hanauer Stadtteil Klein-Auheim: Hier backen die Kinder Weihnachtsplätzchen ganz ohne Handy- oder Tracker-Überwachung. Mit dem Verbot wollen die insgesamt 29 Hanauer Kitas die eigenständige Entwicklung der Kleinen fördern.
Astrid Weiermann, Leiterin städtische Kitas Hanau
„Wir alle kommen ja aus einer Zeit, in der es noch eine unüberwachte Kindheit gab. In der die Kindheit auch nicht ganz so organisiert war, wie Kinder es heute erleben.“
Außerhalb von Kitas könne es sinnvoll sein, wenn Eltern den Standort ihres Nachwuchs durch Handys oder Smartwatches mit GPS-Daten überprüfen. Nur nicht in Kitas, diese seien schließlich ein geschützter Raum mit pädagogischer Betreuung. Bürgermeister Maximilian Bieri sieht deshalb in der Handy-Ortung ein weiteres Problem.
Maximilian Bieri (SPD), Bürgermeister Hanau
„Das zerstört am Ende das Vertrauensverhältnis mit den Erzieherinnen und Erziehern. Denn was kontrolliert wird ist ja nicht, wo die Kinder sich bewegen, sondern eigentlich: Welche Arbeit wird dort vor Ort verrichtet? Und das braucht’s nicht und da stellen wir uns auch vor unser Personal.“
Prompt hätte es Beschwerden von verärgerten Eltern gehagelt. Der Tenor:
Maximilian Bieri (SPD), Bürgermeister Hanau
„’Herr Bürgermeister, halten Sie sich aus meinem Privatleben, dem Privatleben der Eltern heraus.‘ Darum geht’s gar nicht, es geht darum: Was für Regeln haben wir in den öffentlichen Einrichtungen städtische Kitas? Auch eine Klageandrohung hat mich erreicht, der wir relativ gelassen entgegen sehen. Es geht am Ende um die Frage des Hausrechtes, das wir hier als Stadt ausüben.“
Andere Eltern würden aber Verständnis zeigen, dass zu viel Überwachung den Kindern eher schade.
Kenada Avdiji, Vorsitzende Stadtelternbeirat Hanau
„Ob sie vielleicht den Kindern nicht ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. Dass Kinder denken: ‚Ach okay, Mama und Papa schauen darüber, ich bin getrackt, ich habe da so eine Gerätschaft dabei und muss mich intuitiv nicht selbst schützen.’“
Taschenkontrollen soll es an den Hanauer Kita-Eingängen allerdings nicht geben. Die Stadt hofft, das Verbot auch ohne weitere Maßnahmen durchsetzen zu können. Rückendeckung bekommt Hanau vom deutschen Kita-Verband. Der sagt, dass mehr Städte dem Hanauer Beispiel folgen sollten.









