Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Sorge um hohe Energiepreise bei Unternehmen

Dez. 5, 2024

Das Thema Energieversorgung sorgt weiterhin für Diskussionen. Besonders energieintensive Unternehmen und Produzenten haben mit zu hohen Preisen und Engpässen zu kämpfen. Dadurch kann es auch immer wieder zu Schwierigkeiten in den Lieferketten kommen. Wir haben uns bei einem Unternehmen in Rheinland-Pfalz umgesehen.
Bei Renolit in Worms laufen die Rollen rund um die Uhr. Hier werden vor allem Folien produziert. Für Autos, Möbel und Fenster. 41 Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht das Unternehmen im Jahr, so viel wie 10.000 Haushalte. Da machen sich die explodierenden Energiekosten besonders bemerkbar. Als international agierendes Unternehmen hat Renolit auch schon mal erwogen, aus Deutschland abzuwandern.

Michael Kundel, Vorstandsvorsitzender Renolit
„Wenn Sie keine berechenbare Größe haben, auf die Sie vertrauen können im Rahmen Ihrer Investitionsentscheidungen – dann müssen Sie natürlich abwägen: Investiere ich hier in Deutschland? Investiere ich in Europa oder investiere ich möglicherweise in Nordamerika.“

Das Wormser Unternehmen beliefert Firmen mit seinen Materialen. Profine aus Pirmasens etwa bezieht fast Dreiviertel seiner Folien von Renolit, um damit Fenster herzustellen. Würde in Worms die Energie ausgehen und keine Folien mehr kommen, die Lieferkette würde zusammenbrechen.

Marc Böttger, Finanzvorstand Profine
„Das würde für uns den Supergau bedeuten. Mittelfristig würde man sich anders aufstellen können, aber das würde erhebliche Kosten im Freitesten mit sich bringen. Der Wegfall wäre für uns materiell einschneidend auch für die eigene Geschäftsperformance.“

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt schaut heute im Betrieb vorbei. Sie will den energieintensiven Unternehmen unter die Arme greifen. Gemeinsam mit 50 von ihnen hat sie dieses Jahr ein Zehn-Punkte-Programm unterschrieben und der EU vorgelegt: ein schnellerer Netzausbau, weniger Bürokratie und mehr finanzielle Mittel – so die Forderungen. Zudem heißt für die Wirtschaftsministerin das Zauberwort: Wasserstoff.

Daniela Schmitt (FDP), Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz
„Wir müssen uns auch ehrlich machen: Nur mit erneuerbaren Energien werden wir den Energiebedarf in Deutschland nicht decken können. Deswegen setzen wir in Rheinland-Pfalz auch auf das Thema Wasserstofftechnologie. Wasserstoff ist ein Energieträger, der in Zukunft auch eine stärkere Rolle spielen wird.“

Glück für die über 1.000 Renolit-Mitarbeiter in Worms: Ihr Unternehmen bleibt Rheinland-Pfalz erhalten. Bei der Energie hat der Folien-Hersteller umgestellt: Ab kommenden Jahr wird das Unternehmen ein Drittel des benötigten Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen. Damit soll zumindest der Energiebedarf gedeckt sein.