Nach 1000 Tagen Krieg – weiter Solidarität mit der Ukraine
Windeln, Spielzeug, Möbel, bereits zum 65. Mal packen sie hier in Gudensberg an oder besser: alles zusammen. Hilfsgüter für die Partnergemeinde Schtschyrez. Dass die dort wirklich gebraucht werden, haben die Helfer selbst gesehen.
Romanus Baldermann, Gudensberger Partnerschaftsverein
„Von der Thermowäsche zum OP-Tisch, wir haben komplette Krankenhäuser schon rübergefahren, was wir hier aufgeladen haben, haben wir dort im Einsatz gesehen und wir haben uns natürlich enorm gefreut, das wiederzusehen.“
Jeden Monat geht momentan ein 40-Tonner von Gudensberg nach Schtschyrez. Die 61 Mitglieder des Partnerschaftsvereins haben kurz nach dem russischen Angriff mit den Hilfstransporten begonnen. Beide Städte waren bereits vor dem Krieg eng verbunden – es gab Besuche, gemeinsame Feste und nun – die Hilfe für Freunde in Not.
Romanus Baldermann, Gudensberger Partnerschaftsverein
„Besonders berührt hat uns da drüben das Marsfeld, was wir gesehen haben und zwar ist das neben dem Friedhof ein Feld, wo die gefallenen Soldatinnen und Soldaten beigesetzt werden. Das ist das, was uns ganz enorm beschäftigt bis heute, wir sind dort mit Gänsehaut durchgegangen, das war enorm, was wir da gesehen haben.“
In Videokonferenzen besprechen die Nord-Hessen mit den West-Ukrainern, was wo gebraucht wird. Wegen des geltenden Kriegsrechts hängt über Schtschyrez eine Haushaltssperre, die Gemeinde darf kaum Geld ausgeben. Durch die offizielle Städtepartnerschaft kann Gudensberg wichtige Projekte, wie etwa Krankenhaussanierungen finanziell unterstützen. Der ukrainische Bürgermeister bedankt sich, eine Dolmetscherin übersetzt.
Oleh Vasylyshyn, Bürgermeister Schtschyrez
„Die Einwohner von Gudensberg und der naheliegenden Orte haben uns die Hilfe gegeben, das war sehr wichtig, wir haben verstanden, das wir nicht alleine sind. Unsere Partnerschaft mit Gudensberg ist eine der erfolgreichsten in der Ukraine.“
Die Spendenbereitschaft sei nicht mehr so groß wie im ersten Jahr des Krieges, von dem die Helfer nicht dachten, dass er so lange dauern würde. So lange wie nötig, könnten sich die Ukrainer auf die Hilfe aus Hessen verlassen.
Sina Massow (SPD), Bürgermeisterin Gudensberg
„Und da bin ich eigentlich nach wie vor froh, dass wir die Hilfe aufrechterhalten können und das nicht komplett gegen Null geht. Wir bemühen uns stark weiterhin Werbung dafür zu machen und die Menschen emotional daran erinnern, dass der Krieg nicht aufgehört hat und die Menschen nach wie vor auf unsere Hilfe angewiesen sind.“
Romanus Baldermann, Gudensberger Partnerschaftsverein
„Wir haben uns keine Grenze gesetzt, wir werden zu jeder Zeit und egal wie lange es dauert, unsere Partnerstadt Schtschyrez und die Menschen in der Ukraine unterstützen, denn die kämpfen auch für unsere Demokratie in Europa.“









